<b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Wenn die Biathlonsaison im März endet und bevor das Trainingslager im Mai wieder beginnt, ist der April für sie die einzige sportfreie Zeit im Jahr. Diese 4 Wochen im Frühjahr sind aber meist mit Veranstaltungen und anderen offiziellen Terminen verplant. <BR /><BR />Die wenige Freizeit, die übrig bleibt, genieße sie „einfach mit Nichtstun“, um die Seele baumeln zu lassen, sagt die erfolgreiche Athletin in ihrem sympathischen Pusterer Dialekt. Dann könne sie Dinge erledigen, für die sonst kaum Zeit bleibt – zum Aufräumen etwa, aber auch, um Freunde zu treffen und mit der Familie zusammen zu sein. Die Familie ist der heute 34-Jährigen sehr wichtig. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075065_image" /></div> Im Sport müsse man funktionieren, und dort zählt allein die Leistung, weiß sie nur zu gut: „Daheim bin ich die Doro und kann auf meine Familie zählen, egal was in der Loipe oder auf dem Schießstand passiert.“ <h3> Grillen in der Outdoor-Küche</h3>Am liebsten lädt sie zu einem Grillabend in der eigens dafür eingerichteten Outdoor-Küche ein. Sie sei aber keine Grillspezialistin, sondern es gehe ihr vor allem um das gesellige Beisammensein mit Menschen, die ihr wichtig sind. <BR /><BR />Auf dem Grill landen Fleisch oder Fisch und natürlich Gemüse vom Garten, erzählt Doro. Sie achte nicht strikt auf die Ernährung, denn von klein auf habe sie gelernt, „zu essen, was auf den Tisch kommt“. Weil ihr Vater Alfred ein begeisterter Jäger ist, gab und gibt es immer wieder auch ein köstliches, von Mutter Irmgard zubereitetes Wildbret.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075068_image" /></div> Im Mai 2015 hat sie ihren langjährigen Lebensgefährten Stefano Corradini geheiratet, den Langlauftrainer der Junioren-Nationalmannschaft. Auch die gemeinsame Zeit zu zweit muss organisiert sein, denn beide sind das ganze Jahr hindurch getrennt unterwegs. Aber das sei für beide eingespielter Alltag, denn schließlich haben sie sich so kennen- und lieben gelernt, erklärt Wierer. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075071_image" /></div> <BR />Und diese Situation sei auch nicht auf ewig, denn nach dem aktiven Sportlerleben werde sich ein „normaler Familienalltag“ einpendeln, sagt sie und beweist damit einmal mehr, dass sie trotz der Erfolge und des Lebens in der Öffentlichkeit immer noch bodenständig geblieben ist.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075074_image" /></div> <embed id="dtext86-66581420_listbox" /><h3> Paris 2024: Einblicke in die andere Seite</h3>Daher denkt sie auch an die Zukunft und an ein Leben nach dem Spitzensport. Bei den Olympischen Sommerspielen vor wenigen Wochen in Paris hatte sie auf Einladung des TV-Senders „Eurosport“ die Möglichkeit, für 3 Wochen die Seiten zu wechseln und als Kommentatorin die Sportwettkämpfe zu begleiten. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075077_image" /></div> <BR />Es sei eine „tolle Erfahrung mit vielen neuen Eindrücken“ gewesen, freut sie sich. Sie habe einen Einblick in eine Sportwelt bekommen, die ihr bislang fremd war, und gesehen, „wie klein doch die Biathlonwelt im Vergleich zu anderen Sportarten ist.“ <BR /><BR />Während ihrer eigenen Wettkämpfe hat sie kaum Gelegenheit, mehr von den Austragungsorten außerhalb der Sportstätten zu sehen. Umso mehr hat sie die Sendepausen in Paris genossen, um die herrliche Architektur zu bestaunen und die faszinierende Atmosphäre am Fuße des Eiffelturms und entlang der Seine einzuatmen. Mit neuen Bekanntschaften und vielen Erinnerungen ist sie aus Frankreich zurückgekehrt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075080_image" /></div> Mittlerweile ist sie wieder fest in die Biathlonwelt eingetaucht, um sich auf die bevorstehende Saison im allgemeinen, aber vor allem auch auf den Weltcup 2025 und Olympia 2026 in Antholz vorzubereiten. Die Tage in Antholz sind zusammen mit den Weihnachtsfeiertagen die wenigen Termine, an denen Doro für mehrere Tage in ihrem Heimattal bleiben kann. Aber sie wolle sich keineswegs beklagen, denn der Biathlon sei seit ihrer Kindheit ihr Leben und habe ihr so viel gegeben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075083_image" /></div> <BR /><BR />Mit einem neuen Schaft-Modell will sie sich bei der Biathlonwelt dafür bedanken. Seit rund 2 Jahren hat sie zusammen mit Fachleuten daran getüftelt, an ergonomischen Feinheiten, am Gewicht und der Ausbalancierung und anderen Details gefeilt. <BR /><BR />Der Schaft könne ideal an die Athleten angepasst werden, ganz der Philosophie des legendären Waffenfabrikanten Ludwig Krieghoff entsprechend: „Die Läufe schießen, doch der Schaft trifft.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075086_image" /></div> Über die vergangene Wintersaison hat sie den Prototyp getestet und seit dem Frühjahr ist der „DW ONE“ (Dorothea Wierer Eins) auf dem Markt. Sie habe bereits viele positive Rückmeldungen erhalten und freut sich über den Erfolg.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66581308_listbox" />