Sonntag, 24. April 2022

Dr. Roger Pycha: „Das ist nicht jugendfrei“

Er ist bekannt für seine klaren Analysen und seinen gesellschaftlichen Weitblick: Roger Pycha, Primar des psychatrischen Dienstes in Brixen. Pycha promovierte 1985 in Innsbruck und war dort unter anderem als Oberarzt an der Uniklinik tätig. Heute stellt sich der Arzt dem STOL-Fragebogen.

Dr. Roger Pycha steht im STOL-Fragebogen Rede und Antwort. - Foto: © STOL

Der Primar Dr. Roger Pycha hat in Südtirol eine laute Stimme und setzt sich für mehr Bewusstsein von psychischen Krankheiten ein. Immer wieder ist er in den Medien und erklärt die menschliche Psyche. Während der Pandemie war er Koordinator des Netzwerks PSYHELP Covid 19.


Dr. Roger Pycha ist Primar des psychatrischen Dienstes.



Welcher Versuchung können Sie nicht widerstehen?
Jeder fünften.

Dafür fühle ich mich zu jung/alt….
Richtig alt zu sein, fühle ich mich noch zu jung, und umgekehrt.

Wofür geben Sie zu viel Geld aus?
Das weiß ich immer erst hinterher.

Was steht schon zu lange auf Ihrer To-Do-Liste?
Mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen und ein Buch zu schreiben. Zuerst das eine, dann das andere.

Warum haben Sie sich zuletzt verspätet?
Selbst verschuldete Zeitplanstörung: Der Zug fuhr fahrplanmäßig ab, das bin ich nicht gewohnt.

Welches Talent würden Sie gerne besitzen?
Nicht aufzubrausen, wenn mir alles zu viel wird.

Worüber haben Sie zuletzt herzhaft gelacht?
Über die geniale journalistische Berichterstattung im „Freunde im Edelweiß“: Das geschilderte System kam mir irgendwie bekannt vor….

Womit bringt man Sie auf die Palme?
Mit mangelndem Arbeitseinsatz. Auch bei mir selbst.

Der wichtigste Rat, den ich je bekommen habe ist…
liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Aber dich selbst zunächst.

Wann hatten Sie zum ersten Mal das Gefühl mächtig zu sein?
Ich beobachtete als Kind Ameisen und stellte mir vor, wen sie da vor sich sähen.

Wann haben Sie sich ohnmächtig gefühlt?
In meiner Arbeit immer wieder, und das tut auch gut. Allmachts-Phantasien haben in der Medizin nichts verloren.

Mit wem würden Sie gerne einen Kaffee trinken?
Mit dem Dalai Lama und Papst Franziskus zusammen. Oder noch lieber mit Andie MacDowell allein.

Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften: Was wäre das?
Dass die Ukraine 1994 auf Atomwaffen verzichtet hat.

Auf was könnten Sie in ihrem Leben nicht verzichten?
Bis vor 3 Wochen dachte ich, auf dünne schmelzende Milchschokolade.

Der aufregendste Moment in Ihrem Leben war?
Wahrscheinlich das Durchschneiden der Nabelschnur meiner Tochter. Oder doch die Begegnung mit meiner Frau auf der Brücke? Geht auch beides?

Ihr größter Wunsch?
Wunschlos glücklich zu sein.

Ihre schönste Erinnerung?
Die ist nicht jugendfrei. Die zweitschönste ist das Herz-Jesu-Feuer in Rafenstein mit Klampfe und Freundin, in umgekehrter Reihenfolge.

Was möchten Sie gerne vergessen?
Ich glaube es ist mir so gut gelungen, dass ich es nicht mehr weiß….

Wobei haben Sie geschwindelt?
Manchmal beim Loben meiner Vorgesetzten.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne dabei gewesen? Beim Salzmarsch von Mahatma Gandhi.

stol

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