In ihrem Buch „Eiger – die längste Nacht meines Lebens“ blickt Wisthaler auf die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2019 zurück.<BR /><BR />Sigrid Runggaldier vom Athesia Tappeiner Verlag, Sigrid Klammer von Sportler Alpin in Bruneck und Herbert Lauton, der Leiter des örtlichen Alpenvereins, konnten zur Buchvorstellung am vergangenen Freitag in dem bis auf den letzten Platz besetzten Vereinssaal von St. Lorenzen – es galt die 3-G-Corona-Regel – viele Bergbegeisterte, Freunde und Bekannte der Autorin begrüßten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752708_image" /></div> <BR /><BR /> Andrea Wisthaler holte bei ihren Ausführungen auch ihre 3 Bergkollegen ans Mikrofon, die kurz und emotional das Erlebte aus ihrer Sicht schilderten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53557696_quote" /><BR /><BR />Mit ihrem Bergkameraden Paul Knollseisen aus Terenten und den beiden Bergkollegen Alex Buhmann und Ludwig Lindinger aus Bayern war der Eiger in den Berner Alpen das Ziel gewesen. Nicht über die klassische Route, sondern über die Überquerung des Nord-Ost-Grates wollten sie vom 13. bis 15. Juli 2019 auf den 3967 Meter hohen Gipfel. Bei herrlichem Bergwetter legten sie die erste Tagesetappe zurück und erreichten die Ostegghütte (2317 m). Dort trafen sie auch auf die beiden Brüder Ruben und Maarten Camerlynck aus Belgien, die später das Schicksal mit ihnen teilen sollten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752711_image" /></div> <BR />Weder der Wetterbericht noch die grandiose Morgenstimmung am nächsten Tag ließen auch nur im Geringsten erahnen, was kommen sollte: Etwa rund 200 Meter vor dem zweiten Etappenziel, der Mittellegihütte (3355 m), wurden die Sechs von einem Unwetter überrascht. Auf einmal war die Luft extrem geladen, die Pickel fingen an zu summen und ein unbändiges Schauergewitter brach über sie herein. Ein erster Rettungsversuch mit dem Hubschrauber scheiterte. Die Bergsteiger mussten notbiwakieren – 17 Stunden lang, die längsten ihres Lebens, wie die Autorin schreibt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752714_image" /></div> <BR /><BR />Sehr persönlich und ehrlich schildert sie ihre Gedanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Mut und Selbstaufgabe, Beten und Halluzinieren und berichtet auch von einer einer Nahtoderfahrung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752717_image" /></div> <BR /><BR />Unterkühlt und völlig erschöpft konnten alle Sechs schließlich aus der Wand gerettet werden.<BR /><BR />Die Bilder dieser Nacht und der Sturmwind in den Ohren haben sie aber weiterhin verfolgt. So begann sie, das Erlebte niederzuschreiben und dadurch zu verarbeiten. Im Buch bleibt die Autorin auch sehr selbstkritisch und hinterfragt Fehler, ohne die das Unglück vielleicht hätte vermieden werden können. Vor einem Jahr wiederholte die Gruppe die Bergtour und erreichte diesmal ohne weitere Probleme am 21. Juli 2021 den Gipfel: „Seitdem habe ich mit mir und dem Eiger den Frieden gefunden.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="752720_image" /></div> <BR /><BR />Das Buch „Eiger – die längste Nacht meines Lebens“ ist im Athesia Tappeiner Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich: Andrea Wisthaler, Eiger – die längste Nacht meines Lebens. Athesia Tappeiner Verlag, 2022, 181 Seiten.Bestellen: www.athesiabuch.it<BR />