Samstag, 10. Dezember 2016

Dramatischer Appell aus Paris: Gnade für Aleppo

Die Lage in Aleppo ist dramatisch, die USA sprechen von Kriegsverbrechen. Westliche und arabische Länder fordern erneut ein Einlenken Assads und seiner Verbündeten – doch in ihren dramatischen Worten wird vor allem Machtlosigkeit deutlich.

Foto: © APA/AP

Deutschland und seine Partner haben an das syrische Regime appelliert, Zivilisten und Kämpfer aus den belagerten Rebellenvierteln Aleppos abziehen zu lassen. „Wir fordern das Regime, aber auch den Iran und Russland auf, Menschen aus der Kampfzone gehen zu lassen“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstag nach einem Treffen westlicher und arabischer Länder in Paris. In Genf kamen am Nachmittag Militärexperten und Diplomaten Russlands und der USA zusammen, wie die russische Agentur Tass unter Berufung auf diplomatische Kreise berichtete. Wie lange das Treffen hinter verschlossenen Türen dauern würde, sei unklar.

US-Außenminister John Kerry rief Syriens Präsidenten Baschar al-Assad und dessen Verbündeten Russland auf, „ein wenig Gnade“ zu zeigen. Er glaube, dass es einen Weg nach vorn geben könne – doch das hänge an Russland.

In der heftig umkämpften nordsyrischen Stadt erleiden Rebellen gegen Assad derzeit eine schwere Niederlage, die Lage der Zivilbevölkerung ist dramatisch.

Steinmeier und seine Kollegen aus Frankreich, den USA und Katar betonten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erneut, dass letztlich nur eine politische Lösung den seit Jahren andauernden Bürgerkrieg beenden könne.

Ein Sieg der Regierungstruppen in Aleppo bedeute kein Ende der Kämpfe, warnte der Deutsche. „Sie werden an anderer Stelle in Syrien weitergeführt werden. Dann möglicherweise eher mit terroristischen Methoden als mit der militärischen Konfrontation.“ Kerry sagte: „Keine der Parteien in diesem Konflikt sollte einen blutigen Kampf bis zum Ende akzeptieren.“

dpa

stol