Im Interview erzählt er vom Moment des Sieges, was ihn an diesem Sport so begeistert – und wie er mit kritischen Stimmen aus dem Umfeld umgeht.<BR /><BR />Dreieinhalb Minuten – dann ist alles vorbei. In diesen 210 Sekunden muss jeder Sprung sitzen, jeder Wurf passen, jeder Rückwärtssalto sauber gelandet werden. Denn eine zweite Chance gibt es nicht – zumindest nicht in Level 5 der Coed (also gemischten) Kategorie bei der Cheerleading-Europameisterschaft. <BR /><BR />Dreieinhalb Minuten – die Länge eines Radiosongs. Für die österreichische Mannschaft hat es gereicht. Sie holte sich am Wochenende in Prag Gold in ihrer Kategorie. <BR /><BR />Mit auf der Matte stand auch Alex Wohlgemuth aus Kaltern. Seit drei Jahren ist er Teil der österreichischen Cheerleading-Nationalmannschaft, trat bei Europa- und auch Weltmeisterschaften an. Jetzt wurde das harte Training belohnt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1333944_image" /></div> <BR /><BR />Mit einer Medaille hatten sie gerechnet – mit einem Sieg jedoch nicht. „Wir hätten uns schon über den dritten Platz gefreut“, erzählt der 31-jährige Wahlwiener am Telefon. Dann die Überraschung: Mit 79,1 Punkten ließen die Österreicher ihren Mitstreiter Ungarn hinter sich, mit einem Abstand von nur 2,2 Punkten.<BR /><BR /> „Wir hatten zwei kleine Fehler in unserer Routine, weshalb sich keiner von uns Hoffnungen gemacht hatte.“ Umso größer die Überraschung – und auch die Freude – über Gold. „Wir waren völlig geschockt, haben uns aber auch riesig gefreut“, gibt der frischgebackene Europameister mit breitem Lächeln zu. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1333947_image" /></div> <BR /><BR />In seinem Heimatland, den USA, ist Cheerleading weitverbreitet, in Europa hingegen ein Nischensport, obwohl es in vielen europäischen Ländern Mannschaften und auch Nationalteams gibt. Da der Sport jedoch vor allem in der männlichen Bevölkerung wenig Anklang findet, mangelt es in den gemischten Teams an Nachwuchs.<BR /><BR /> „Man wird schon oft belächelt, wenn man im Bekanntenkreis erzählt, man sei Cheerleader – besonders als Mann“, weiß auch Alex Wohlgemuth zu berichten. „Doch dann zeigt man ein Video von den Übungen oder macht einfach einen Rückwärtssalto – und dann sind die Kritiker erst mal mundtot“, lacht der Kalterer. Was viele unterschätzen: Cheerleading ist nicht nur Pompon-Wedeln und lautes Anfeuern – sondern harte, körperliche Arbeit. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1333950_image" /></div> <BR /><BR />„Cheerleading ist eine Kombination aus Akrobatik und Bodenturnen, gemischt mit viel Adrenalin und Risiko. Immerhin müssen wir die Mädels in die Höhe schmeißen und wieder sicher fangen – dazwischen kann aber alles Mögliche passieren“, beschreibt der Kalterer mit hörbarer Begeisterung.<BR /><BR />Gerade dieser Mix aus physischer und psychischer Höchstleistung war es, der Alex sofort fesselte. „Ich war schockverliebt“, beschreibt er heute die Erkenntnis nach einem ersten Probetraining in Innsbruck bei den „Swarco Raiders Tirol“. Drei Jahre später fand er in Wien in den „Vienna Vikings“ seine Cheer-Familie – und im Team Austria nun einen Europameister.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1333953_image" /></div> <BR />Als Nächstes steht die Weltmeisterschaft in Orlando, Florida, im April an. „Wir waren bereits zweimal dort, bislang hat es allerdings nur für den vierten und fünften Platz gereicht“, bedauert Alex. Das soll sich diesmal ändern: „Wir manifestieren das jetzt einfach, dass wir im kommenden Jahr Weltmeister werden“, lacht der sympathische Wahlwiener. Na dann: Viel Erfolg!