Freitag, 08. Mai 2015

Droht nun der EU-Austritt? Cameron klar vorn

David Cameron wird wohl Premierminister von Großbritannien bleiben. Sein Herausforderer Ed Miliband muss als amtierender Chef der Labour-Partei bei der britischen Parlamentswahl empfindliche Verluste verkraften.

David Cameron
David Cameron - Foto: © LaPresse

Laut einer nach der Wahl am Donnerstag veröffentlichten Befragung für BBC, Sky und ITV können die Tories 316 Abgeordnete ins Westminster-Parlament schicken, die Labour-Partei nur 239.

Nick Clegg stürzt ab

Noch in der Nacht wurden Spekulationen über einen baldigen Rücktritt von Labour-Chef Miliband laut.

Auch der Chef der liberaldemokratischen Partei, Nick Clegg, dessen Partei zu den klaren Verlierern der Wahl zählt und laut erster Prognose 47 Sitze im Parlament verlieren könnte, kündigte Gespräche über seine Zukunft als Parteichef an. „Dies war eine grausame Nacht für die Liberaldemokraten und eine Abstrafung“, sagte er Freitagfrüh. Seinen Parlamentssitz konnte Clegg verteidigen.

Kommt es zur Minderheitenregierung?

Sollte sich die Prognose bestätigen, liebäugelt Cameron nun mit einer Minderheitsregierung. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, ergäbe sich für die bisherige Koalition mit den Liberaldemokraten nur eine hauchdünne Mehrheit von einem Sitz.

Cameron könnte daher die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) mit ins Boot holen, die den Prognosen zufolge acht Mandate errang. Die walisische Partei Plaid Cymru kommt den Angaben zufolge auf vier Sitze, die Grünen auf zwei.

Austritt aus EU droht

Patrick Dunleavy von der renommierten London School of Economics sagte, Cameron werde wahrscheinlich „Premierminister einer Minderheitsregierung, die nicht das Mandat hat, irgendetwas Radikales zu tun“. Bleibt Cameron im Amt, droht ein Austritt Großbritanniens jedoch aus der Europäischen Union. Darüber will er die Briten im Jahr 2017 in einem Referendum abstimmen lassen.

Die großen Sieger sind im Norden des Königreiches zu finden: Die Scottish National Party (SNP) könnte es der Prognose zufolge auf 58 von 59 schottischen Sitzen im Parlament in Westminster schaffen. Vor allem der Labour-Partei nahmen sie in deren früherer Hochburg zahlreiche Direktmandate ab.

apa/afp/dpa

stol