Freitag, 03. Februar 2017

Dubiose russische Kreditgeschäfte um Le Pens Front National

Die französische Front National ist Schuldnerin einer obskuren Moskauer Firma, die nach Recherchen von APA und des Schweizer „Tages-Anzeigers“ am offiziellen Firmensitz nicht einmal über einen Briefkasten verfügt.

Marine Le Pen
Marine Le Pen - Foto: © APA/AP

Kurz vor ihrer Pleite hatte die russische First Czech-Russian Bank im vergangenen März Kreditforderungen gegenüber der rechtsextremen Partei von Marine Le Pen an diese Firma abgetreten.

Die russische First Czech-Russian Bank, die 2014 mit einem Neun-Millionen-Euro-Kredit an Marine Le Pens Front National (FN) für internationale Schlagzeilen gesorgt hatte, steht seit 24. März 2016 unter staatlicher Verwaltung. Mitte September wurde die Kleinbank für zahlungsunfähig erklärt und wird nunmehr von der russischen Einlagensicherungsagentur ASW abgewickelt.

Parallel beschäftigen sich Strafverfolger mit mutmaßlicher Wirtschaftskriminalität: Laut der Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ wurde am 19. Jänner über einen ehemaligen Spitzenmanager der Bank im Zusammenhang mit Untreuevorwürfen Untersuchungshaft verhängt.

Der Kredit an die Front National wird am 28. März 2017 aber auch ein Moskauer Wirtschaftsgericht beschäftigen, geht aus der russischen Gerichtsdatenbank hervor. Vier Wochen vor den französischen Präsidentschaftswahlen soll ein Richter entscheiden, ob die Partei der durchaus chancenreichen Kandidatin Le Pen einer obskuren Moskauer Firma oder dem russischen Staat neun Millionen Euro schuldet.

apa

stol