Samstag, 14. Mai 2016

Dutzende Demonstranten in Ägypten zu Gefängnis verurteilt

Weil sie an Protesten gegen die Regierung teilgenommen hatten, sind am Samstag nach unterschiedlichen Angaben zwischen 51 und 64 Demonstranten in Ägypten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. 31 davon in Abwesenheit. Laut Justiz- und Sicherheitsvertretern waren wegen „unerlaubter Proteste“ und „Zusammenrottung“ angeklagt. Anwälte bestätigten die Urteile und kündigten Berufung an.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © shutterstock

Während in Agenturberichten von 51 Verurteilungen die Rede war, wurde in Internetmedien auch die Zahl 64 genannt. Die Proteste hatten sich im April an der Abtretung der beiden Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien entzündet.

Sie wendeten sich dann aber auch gegen den ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und seine Politik der harten Hand. Es waren die größten Proteste gegen die ägyptische Regierung seit rund zwei Jahren. Aufgerufen dazu hatten mehrere laizistische und linksgerichtete Gruppen.

Die Proteste waren umgehend aufgelöst worden, die Polizei setzte Tränengas ein. Dutzende Teilnehmer wurden festgenommen. Nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 verfügte der frühere Armeechef al-Sisi über großen Rückhalt in der Bevölkerung. Seit einiger Zeit verliert er jedoch zusehends an Unterstützung, vor allem, seit er mit harter Hand nicht nur gegen Islamisten vorgeht, sondern auch gegen seine Kritiker.

apa/afp/dpa

stol