Hilber begnügt sich nicht, das Ehrenamt als Grundpfeiler der Südtiroler Gesellschaft zu loben, sondern er lebt das auch selbst vor – in der Musik ebenso wie in der Pfarrgemeinde. „Ich will helfen, wo es mich braucht“, so lautet sein Lebensmotto. <BR /><BR />Als leidenschaftlicher Sänger und Musikant war es dann auch nur eine Frage der Zeit, dass er bei der Gründung und im Vorstand der Musikkapelle Stegen eifrig mitgearbeitet hat und später auch in den Vorstand des Bezirkes Bruneck im Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) gewählt wurde. Seit 2007 ist er Brunecker Bezirksobmann. Als solcher sitzt er auch im Landesvorstand und ist zudem als Beirat für Probelokale im ganzen Land unterwegs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800813_image" /></div> <BR /> Als Stegen 1965 zur Pfarrei erhoben wurde, hat man dort beim Bau des Widums mithilfe des katholischen Borromäus-Werkes eine öffentliche Pfarrbibliothek eingerichtet. In den 1980er-Jahren wurden die Bibliotheken von Stegen und Dietenheim mit der Brunecker Pfarrbibliothek zusammengeschlossen. Seit dem Jahr 1989 leitet Hilber diese Bibliothek mit ihren beiden Zweigstellen und sucht immer wieder den Kontakt zu den örtlichen Schulbibliotheken, „um Synergien zu bündeln und gemeinsame Projekte zu verwirklichen.“ <BR />Als Lehrer und Schulleiter ist es ihm gelungen, Menschen und Ideen im Dorf zusammenzubringen und dadurch das Dorfleben in der rund 1700 Einwohner zählenden Fraktion lebendig zu halten. So leitete er auch mehr als 20 Jahre lang den Kinderchor.<h3> Pfarrgemeinderat und Mesner</h3> Seit 1972 in unserer Diözese die Pfarrgemeinderäte eingerichtet wurden, engagiert sich Johann Hilber auch in der Seelsorge – seit vielen Jahren als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates sowie als Vorsitzender des Verwaltungsrates. Die feierliche Gestaltung des Kirchenjahres ist ihm dabei seit jeher ein großes Anliegen.<BR /><BR /> 1975 hatte er von seinem Vater „aushilfsweise“ das Amt des Kirchenmesners übernommen. Weil man niemand anderes fand, wurde alsbald aus diesem Aushilfsjob eine Festanstellung. Seine Familie hilft ihm bei dieser aufwendigen Tätigkeit, sodass er sich trotz kirchlicher Termine ab und an die Zeit für anderes freihalten kann.<BR /><BR /> Nun wurde Johann Hilber auch zum Pfarrverantwortlichen gewählt. Als solcher wird er „seine“ Pfarrei ab dem Herbst in der neuen Seelsorgeeinheit „Bruneck – St. Lorenzen“ vertreten. Daher ist er an den Wochenenden und kirchlichen Feiertagen auch zwangsläufig zu Hause. <BR /><BR />Aber unter der Woche gönnt er sich mit seiner Frau Rosmarie hie und da eine Auszeit für eine Wanderung oder auch einen mehrtägigen Ausflug. Oft sind sie in Osttirol unterwegs. In seiner Tätigkeit im Pusterer Musikbezirk war und ist ihm der Kontakt zu den 3 Osttiroler Musikbezirken ein Herzensanliegen. In all diesen Jahren sind durch und über die Blasmusik hinaus Freundschaften gewachsen, die ihn immer wieder über die Grenze führen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800816_image" /></div> <BR />Das aktive Singen und Musizieren, abseits von Verwaltungsaufgaben im Verein und auf Bezirksebene, seien für ihn der wichtige und wertvolle Ausgleich, sagt er. „Wenn ich im Männerchor singe oder in der Musikkapelle das Tenorhorn spiele, kann ich den Alltag vergessen und mich von der wohl schönsten Sache der Welt ablenken lassen: der Musik.“<BR /><BR /> Der junge Opa genießt aber auch die Zeit mit seiner Enkeltochter Johanna, die Arbeit im eigenen Garten und die Pflege des Pfarrgartens. Allerdings darf er dabei die Zeit nicht ganz vergessen, denn er kümmert sich zudem ums Mittagessen, wenn seine Frau in der Schule unterrichtet.<h3> Vor dem Verfall gerettet</h3>Und da ist noch eine „Kleinigkeit“, von der er nicht ohne Stolz erzählt. Er habe die Corona-Zeit für ein persönliches Anliegen nutzen können: Gemeinsam mit ein paar Freunden hat er das alte Stegener Ostergrab neu aufgerichtet und damit vor dem Vergessen und Verfall gerettet. Dabei galt es, in wochenlanger akribischer Kleinarbeit die Einzelteile vom verstaubten Dachboden zusammenzutragen, von Grund auf zu reinigen und zu restaurieren. Im vergangenen Frühjahr erstrahlte das Ostergrab nach 60 Jahren wieder in neuem Glanz: „Wäre Corona nicht gewesen, hätten wir dafür sicher nicht die Zeit gefunden“, kann Johann Hilber selbst dieser schwierigen Zeit etwas Gutes abgewinnen.<BR /><BR />KURZ ZUM LEBEN<BR /><BR />Nach der Lehrerbildungsanstalt in Bruneck hatte Johann Hilber (Jahrgang 1960) ab dem Schuljahr 1979/80 Vertretungen an mehreren Grundschulen und an der Mittelschule Röd. Dann kam er nach Niederolang, später war auch an die Schulen in Geiselsberg, Percha, Olang und Reischach tätig. <BR />Seit Anfang der 1990er-Jahre war er bis zu seiner Pensionierung 2019 Lehrer und viele Jahre auch Schulleiter in seinem Heimatdorf Stegen.<BR /> Hilber ist Gründungsmitglied der 1983 gegründeten Musikkapelle Stegen, spielt dort Tenorhorn und war – mit einer kleinen Unterbrechung – bis 2017 deren Obmann. Seit 1987 gehört er dem Vorstand des VSM-Bezirkes Bruneck an: zuerst als Bezirkskassier und Bezirksschriftführer, seit 2007 als Bezirksobmann.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />