Das „Viechschoadn“ in Reinswald ist ein Brauch, den es schon seit Generationen gibt. In den letzten Jahren wurde ein richtiges Volksfest daraus. Heuer aber wurde es coronabedingt wieder so abgehalten wie es früher war: Ein Bauernfest, bei dem das Almvieh im Vordergrund stand und auf neuzeitliche Bräuche verzichtet wurde.<BR /><BR />„Die Getrumalm gehört 3 Interessentschaften: Plankenhorn, Morgenrast und Pichlberg“, erklärt der Almmeister Georg Stofner. Zu Beginn des Almsommers wird das Vieh auf diese 3 Almen aufgeteilt. Am 12. Juli kommt dann das gesamte Vieh auf die Getrumalm, wo es 5 Wochen verbleibt. <BR /><BR />Nach dieser Zeit wird es dann „geschodet“, das bedeutet, dass es wieder auf die 3 Almen zurückkommt, wo es im Frühjahr aufgetrieben wurde. Dort ist das Gras inzwischen nachgewachsen und so findet das Vieh wieder eine frische Weide vor.<BR /><BR />In den letzten Jahren wurde aus dem ehemaligen Bauernfest ein richtiges Volksfest. Heuer wurde aufgrund der Pandemie auf einen Festbetrieb verzichtet und so wurde das traditionelle „Viech schoadn“ wieder zu einem Bauernfest wie es früher war, sagt Georg Stofner. <BR /><BR /><b>„Dann ist der Hirte froh“</b><BR /><BR />Simon Stofner ist seit 4 Jahren Hirt auf der Getrumalm. „Der Sommer war heuer eher nass und kalt und erst seit kurzem ist das Wetter schön“, sagt er. „Es gab auch besonders viele starke Gewitter, auch Hagel und einige Tiere hatten davon sogar kleine Wunden auf dem Rücken“, fügt er hinzu. Davon abgesehen sei kein Tier zu Schaden gekommen und das Vieh sei gut genährt. „Die Bauern sind zufrieden, dann ist auch der Hirt froh“, schmunzelt er. <BR /><BR />Nach altem Brauch wurde das Vieh beim Eintreiben begutachtet, es wurde geschaut, welcher Bauer ein schönes Vieh hat und so mancher Viehhandel wurde auch abgeschlossen.<BR /><BR />Das „Viechschoadn“ hat schon von alters her eine lange Tradition. „Früher sind viele Viehhändler zu Fuß heraufgekommen, viele davon am Tag vorher“, erzählt Karl Unterkalmsteiner, Untermoarbauer in Reinswald. Sie hätten dann im Heu übernachtet, um am Morgen bereits vor Ort zu sein. Es war für die Bauern eine Möglichkeit, ihr Vieh bereits vor dem Sarner Kirchtag im September zu verkaufen. <BR /><BR />Jedenfalls war es früher wie heute ein besonderer Tag mitten im Sommer: Für die Bauern eine willkommene Abwechslung nach der anstrengenden Heuernte, für Einheimische und Gäste ein Erlebnis der besonderen Art.