Zur Erinnerung an einen herausragenden Vertreter der ungarischen Naturwissenschaft und großen Gast in Toblach. <BR /><BR />Baron Loránd Eötvös (1848–1919) war ein herausragender Vertreter der ungarischen Naturwissenschaft. Er beschäftigte sich mit Kapillarphysik, Gravitation und Erdmagnetismus und entwickelte zur Messung von kleinräumlichen Schwereveränderungen eine eigene Torsionswaage (Drehwaage). Viele Ergebnisse seiner Forschungen erwiesen sich als bahnbrechend. Seit 1950 ist die Budapester Universität „Eötvös Loránd Tudományegyetem“ nach ihm benannt. <BR />Im Jahre 2019 gedachte Ungarn 100 Jahre nach seinem Tod mit einer Reihe von Veranstaltungen und Initiativen dieser großen Persönlichkeit. Prof. László Szarka, Geophysiker und Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaft (HAS), stand dem Festkomitee vor.<BR />Die Statue steht im idyllisch gelegenen Gesztenyés Garden (Kastanienpark) im 12. Budapester Stadtbezirk und ist ein Werk des mehrfach ausgezeichneten Künstlers Tibor Rieger. Ein kleineres Modell der Skulptur wird demnächst im Budapester Eötvös-Museum (Eötvös Loránd Memorial Collection) ausgestellt. <BR />Über die Idee des Sockels aus den Dolomiten hebt der Bildhauer die besondere Verbundenheit des ungarischen Wissenschaftlers mit Toblach hervor, wo die Eötvös-Familie von 1875 bis 1913 regelmäßig ihren (Sommer-) Urlaub verbrachte. Der Dolomit-Stein soll aber auch an einen hervorragenden und ehrgeizigen Bergsteiger erinnern. <BR />Mit dem in Schluderbach tätigen Sextner Bergführer Michl Innerkofler hatte Eötvös alle bedeutenden Gipfel der östlichen Dolomiten, teilweise auch mehrmals, bestiegen, dabei mitunter neue Routen erschlossen und Erstbesteigungen durchgeführt. Auch Eötvös’ Töchter Ilona und Rolanda entwickelten sich zu ausgezeichneten Kletterinnen. <BR />Der Ungar frönte auch dem Hobby der Fotografie; in seinem Nachlass hat sich eine sehr große Zahl beeindruckender Fotografien erhalten, welche die Berge und Landschaft der Dolomiten in den Blick nehmen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52375944_quote" /><BR /><BR />Im Sommer 1878 berichtete ein Korrespondent der „Neuen Freien Presse“: „Ich hörte sein Lob schon an der Table d’d’hôte zu Toblach singen und die Führer, mit denen ich im Posthause zu Landro zusammentraf, erzählten geradezu Wunderthaten, die der „junge Herr’ tagtäglich mit bewunderungswürdiger Unverdrossenheit vollführe. Er hat alle Riesen der Umgegend bereits bezwungen und vor keiner Gefahr und keiner Beschwerde schreckt er zurück. Jeden Morgen fast zieht er aus, um eine neue Spitze zu erklimmen und wovor die Muthigsten zurückschrecken, er vollführt es.“<BR />„Als Bürger von Toblach können wir stolz sein, dass ein Dolomit-Stein aus Toblach als Sockel für das Eötvös-Denkmal dient“, meinte Toblachs Bürgermeister Martin Rienzner kurz vor der Einweihung. Loránd Eötvös zählt neben Gustav Mahler zweifelsfrei zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des internationalen Kultur- und Geisteslebens, die in der Pionier- und Gründerzeit des Tiroler Tourismuswesens im Pustertal ihren Urlaub verbracht haben.<BR />.