Voyager 1 (englisch für voyager „Reisender“) ist eine Raumsonde der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zur Erforschung des äußeren Planetensystems und des interstellaren Raums im Rahmen des Voyager-Programms. Sie wurde am 5. September 1977 vom Space Launch Complex 41 auf Cape Canaveral mit einer Titan-IIIE-Centaur-Rakete gestartet. <BR /><BR />Ihre identisch aufgebaute Schwestersonde Voyager 2 war bereits 16 Tage früher auf einer anderen Flugbahn gestartet. Voyager 1 flog zunächst die Planeten Jupiter und Saturn an und trat am 25. August 2012 als erstes von Menschen geschaffenes Objekt in den interstellaren Raum ein.<BR /><BR />Voyager 1 war zu diesem Zeitpunkt etwa 6,4 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und etwa 32 Grad über der Ekliptikebene, als es dieses Porträt unseres Planeten aufnahm. Im Zentrum gestreuter Lichtstrahlen (ein Ergebnis der Aufnahme des Bildes so nah an der Sonne) erscheint die Erde als winziger Lichtpunkt, eine Sichel mit einer Größe von gerade mal nur 0,12 Pixel.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="929680_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Der heute noch vielgeschätzte US-amerikanische Astronom Carl Sagan regte damals an, dass die unbemannte Raumsonde Voyager-1 (die Zwillingsraumsonde Voyager-2 folgte der ersten auf dem Fuß) sich nochmals umdrehen sollte und aus einer Höhe von an die 32° das Sonnensystem fotografieren sollte. Im Anbetracht des Ergebnisses verfasste der Astronom folgende philosophische Betrachtung:<BR /><BR />„Von diesem entfernten Standpunkt aus scheint die Erde möglicherweise nicht von besonderem Interesse zu sein. Aber bei uns ist es anders. Denken Sie an diesem Punkt noch einmal darüber nach. Der blassblaue Punkt ist hier in dem Dunststreifen. Das ist unser zu Hause. Das sind wir. Darauf hat jeder, den Du liebst, jeder, den du kennst, jeder, von dem du jemals gehört hast, jeder Mensch, der jemals war, sein Leben ausgelebt. Die Gesamtheit unserer Freude und unseres Leidens, Tausender selbstbewusster Religionen, Ideologien und Wirtschaftslehren, jeder Jäger und Sammler, jeder Held und Feigling, jeder Schöpfer und Zerstörer der Zivilisation, jeder König und jeder Bauer, jedes junge, verliebte Paar, jede Mutter und jeder Vater, alle hoffnungsvolle Kind, Erfinder und Entdecker, jeder Morallehrer, jeder korrupte Politiker, jeder Superstar, jeder oberste Führer, jeder Heilige und Sünder in der Geschichte unserer Spezies lebte dort – auf einem Staubkorn, das darin schwebte ein Sonnenstrahl.<BR /><BR />Die Erde ist eine sehr kleine Bühne in einer riesigen kosmischen Arena. Denken Sie an die Ströme von Blut, die all diese Generäle und Kaiser vergossen haben, damit sie in Ruhm und Triumph vorübergehende Herren eines Bruchteils eines Punktes werden konnten. Denken Sie an die endlosen Grausamkeiten, die die Bewohner einer Ecke dieses Pixels den kaum unterscheidbaren Bewohnern einer anderen Ecke zufügen, wie häufig ihre Missverständnisse auftreten, wie begierig sie darauf sind, einander zu töten, wie leidenschaftlich ihr Hass ist.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="929683_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Unsere Haltung, unsere eingebildete Selbstgefälligkeit, die Illusion, dass wir eine privilegierte Stellung im Universum einnehmen, werden durch diesen blassen Lichtpunkt in Frage gestellt. Unser Planet ist ein einsamer Fleck in der großen kosmischen Dunkelheit. In unserer Dunkelheit, in all dieser Weite gibt es keinen Hinweis darauf, dass Hilfe von anderswo kommen wird, um uns vor uns selbst zu retten.<BR /><BR />Die Erde ist die einzige bisher bekannte Welt, auf der es Leben gibt. Zumindest in naher Zukunft gibt es keinen anderen Ort, wohin unsere Art wandern könnte. Andere Welten besuchen, ja. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, im Moment vertreten wir unseren Standpunkt nur auf der Erde.<BR /><BR />Man sagt, dass Astronomie eine demütigende und charakterbildende Erfahrung ist. Es gibt vielleicht keinen besseren Beweis für die Torheit menschlicher Einbildungen als dieses ferne Bild unserer winzigen Welt. Für mich unterstreicht es unsere Verantwortung, freundlicher miteinander umzugehen und den blassblauen Punkt, das einzige Zuhause, das wir je gekannt haben, zu bewahren und zu schätzen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="929686_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Auch beim Laien wurde Carl Sagan bekannt, nicht nur wegen seiner populärwissenschaftlichen Bücher, sondern vor allem durch eine dreizehnteilige Fernsehserie aus dem Jahr 1980, geschrieben von Carl Sagan selbst, Ann Druyan und Steven Soter, mit Sagan als Moderator. Diese Serie deckte damals ein breites Spektrum wissenschaftlicher Themen ab, darunter den Ursprung des Lebens und eine Perspektive auf unseren Platz im Universum. <BR /><BR />Aufgrund des Bestseller-Begleitbuchs und Soundtrack-Albums mit dem Titel „Cosmos“ ist die Serie weithin unter diesem Titel bekannt. Der Untertitel wurde in den 2010er Jahren häufiger verwendet, um ihn von der folgenden Fortsetzungsserie abzugrenzen.<BR /><BR />