Auch die Gemeinde Martell kann zusätzliches Geld gut gebrauchen. Ein neues Wasserkraftwerk soll nun langfristig den Haushalt aufbessern.<BR /><BR /><BR />2,5 Millionen Euro wird das neue Kraftwerk Grogg-Alm kosten – inklusive Machbarkeitsstudie, technischer Spesen, Bauarbeiten und dergleichen mehr. Im Gegenzug wird es pro Jahr 2,3 Millionen Kilowattstunden erzeugen, was dem Verbrauch von rund halb Martell entspricht. <BR /><BR />„Der Strompreis ist letzthin wieder angestiegen“, erklärte der Marteller Bürgermeister Georg Altstätter vor kurzem im Gemeinderat. Es ging darum, das Projekt zu genehmigen, was die Räte dann auch einstimmig taten. Sie waren offensichtlich der Ansicht, dass ein Wasserkraftwerk immer noch ein Geschäft ist und – wenn die erzeugte Energie noch dazu aus regenerativer Quelle stammt – man dem Ganzen ohne weiteres zustimmen kann. <BR /><BR /><b>Ein Kraftwerk im Nationalpark?</b><BR /><BR />Was das Geschäft betrifft, müsse man langfristig denken, sagt Altstätter. Strompreise gehen hinauf und hinunter, aber auf lange Sicht gesehen ist er überzeugt, dass die Entscheidung für das Werk die richtige ist. Zudem ist er der Meinung, dass auch die Bevölkerung von Martell ein solches Kraftwerk befürwortet.<BR /><BR />Die Marteller müssen seit Jahrzehnten mit riesigen Kraftwerksanlagen leben – Stichwort Staumauer – und mussten lange genug auch dem Profit hinterher sehen. Wenn sie nun direkt profitieren können, sollte das nur recht und billig sein.<BR /><BR /><b>Konzession ist da<BR /></b><BR />Das Wasser für das Kraftwerk stammt aus bestehenden Ableitungen bzw. vom bestehenden Stausee – das ist wichtig, denn Martell ist Nationalparkgebiet und ohne weiteres werden hier keine Werke gebaut und gänzlich neue schon gar nicht. Vor der Rückgabe in die Plima möchte man eine Turbine zwischenschalten, die Gemeinde würde dafür einen Zufluss vom Rosimibach zur Plima errichten.<BR /><BR /> Das sei alles mit den zuständigen Stellen abgeklärt, man habe die Konzession bereits in der Tasche, sagt der Bürgermeister. Zudem würde in Teilen des Rosimibaches künftig mehr Wasser fließen, das sei eine Auflage für die Gemeinde gewesen.<BR /><BR /><b>Kredite aufnehmen</b><BR /><BR />Nun werden sich die Martellerinnen und Marteller also mit möglichen Kreditgebern an einen Tisch setzen, um über die Finanzierung zu sprechen. 2,5 Millionen auf den Tisch zu legen, liegt bei den Haushalten der kleinen Gemeinden hinten und vorn nicht drin, es bleibt nur der Weg des Darlehens. Rund 400.000 Euro konnte man über Umweltplan-Geldmittel beiseite legen, der Rest wird geliehen. <BR /><BR />Für Altstätter – aber auch andere im Gemeinderat – ist klar, dass die Idee umzusetzen ist. Die Spesen seien gedeckt und man könne zusätzlich etwas für den Gemeindehaushalt herausholen, ist er zuversichtlich. „Und das tut uns gut“. Außerdem überprüfen die Gemeindezuständigen nun auch, mit dem produzierten Strom die Anlagen des Sportzentrums Grogg und die öffentliche Beleuchtung zu speisen.