Freitag, 14. Dezember 2018

„Ein großer Südtiroler“

Am 22. Dezember 1918 wurde Toni Ebner als achtes von 16 Kindern in Aldein geboren. 100 Jahre später wird er von Historiker Rolf Steininger als „großer Südtiroler“ bezeichnet, der sich durch seinen politischen Einsatz, seine klare Linie gegen Gewalt als politisches Mittel und seinen steten Kampf für die Südtiroler Autonomie um sein Land verdient gemacht hat. Am Freitag wurde eine politische Biografie rund um den Politiker, Unternehmer und Familienmenschen Toni Ebner vorgestellt.

Am Freitag wurde die Biographie über Toni Ebner veröffentlicht. - Foto: DLife
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Am Freitag wurde die Biographie über Toni Ebner veröffentlicht. - Foto: DLife

Zahlreiche Besucher drängten sich am Freitagvormittag in die Schulbuch-Abteilung im 2. Stock der Buchhandlung Athesia unter den Bozner Lauben. Neben Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder, SVP-Obmann Philipp Achammer und Landtagspräsidenten Thomas Widmann waren auch zahlreiche andere Vertreter aus Politik, Wirtschaft, dem Medienhaus Athesia und Mitglieder der Familie Ebner anwesend.

Das lange Suchen nach der Wahrheit

Um den 100. Geburtstag von Toni Ebner gebührend zu feiern, wurde der Entschluss gefasst, eine Biographie zu veröffentlichen. Die Aufgabe kam dem Historiker Rolf Steininger zu, der sich seit Jahren mit der Geschichte Südtirols beschäftigte und schon seit langem ein Bewunderer Toni Ebners war.

Mehrere Jahre lang wurden Recherchen betrieben, die sich nicht immer ganz einfach gestalteten: Viele Dokumente waren zerstört oder verlegt worden, und so manches konnte erst nach langer Suche wieder zu Tage gebracht werden.

„Im Keller dieser Athesia-Buchhandlung etwa wurde ein alter Aktenkoffer aus Metall mit Dokumenten gefunden, im Verlagsgebäude im Weinbergweg, Bozen Süd, hingegen kam eine Mappe mit Drohbriefen aus den 60er Jahren ans Licht“, erzählte Sohn Toni Ebner jun. in seiner Rede bei der Präsentation. Auch im Parteisitz der SVP wurden Dokumente gesammelt.

„Das Ergebnis all dieser Recherchen von Seiten Rolf Steiningers und zahlreichen Helfern sind 704 Seiten, die sowohl faszinierend als auch ernüchternd und erschreckend sind“, so der Chefredakteur der „Dolomiten“ weiter.

Auch der Beitrag der Sendung „Südtirol Heute“ hat darüber berichtet.

„Er stand für seine Überzeugungen - sogar, als ihm mit Mord gedroht wurde“

Den Historiker selbst hatte stets die Standhaftigkeit des Politikers Toni Ebner beeindruckt: „Mit 21 jungen Jahren war er ein überzeugter Dableiber, gegen den Nationalsozialismus und unbeeindruckt von seinem Umfeld, das ihn für seine Ansichten bestrafte. Als in der Feuernacht von 1961 eine Person starb, sprach sich Ebner klar und deutlich gegen Gewalt aus, gegen Gewalt als politisches Mittel. Auch hier traf er wieder auf großen Widerstand, erhielt Morddrohungen, ja, es wurde sogar wirklich versucht, ihn umzubringen. Und trotzdem blieb er seiner Überzeugung treu. Das gibt es nicht so oft.“

Die Familie Ebner durfte das Buch, auf dessen Inhalt sie keinerlei Einfluss hatte, vorab lesen - und befand es für gut: „Das Buch wird dem Leben meines Mannes wirklich gerecht und gibt einen guten Einblick in die Geschichte Südtirols nach dem 1. Weltkrieg. Auch bringt es Sachen ans Licht, die ich selbst so auch nicht wusste, obwohl ich diese Zeit ja miterlebt habe“, lobte Witwe Martha Ebner die Biographie.

Ein Vermächtnis für die, die nachkommen

Das Buch soll, wenn es nach Autor Steininger geht, den jüngeren Generationen vor Augen führen, wie lange und wie hart der Kampf war, um jene Autonomie zu erreichen, die sie heute leben und genießen. Auch soll es den älteren Lesern zeigen, wer Toni Ebner wirklich war und was er für dieses Land geleistet hat.

Seit Freitag sind zudem sämtliche Leitartikel, die Toni Ebner in seiner Zeit als Chefredakteur des Tagblatts „Dolomiten“ geschrieben hat, online einsehbar.

stol/liz

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