Es muss nicht immer ein prächtiges historisches Gebäude sein, um es sorgfältig zu sanieren und aufzuwerten“, ist Stefan Gamper überzeugt. „Auch aus unspektakulären Bestandsbauten lässt sich viel herausholen.“ So verwandelte der Architekt ein älteres Haus unter der Autobahn in ein großzügiges, komfortables Heim – außen mit wenigen gezielten Eingriffen, innen mit einer klugen Neustrukturierung.<h3> Sorgfältig angepasst</h3>Es ist das Elternhaus der Bauherrin, das einst ihr Großvater erworben hatte. Trotz des respektablen Alters stand das Gebäude nicht unter Denkmalschutz. „Wir haben hier im unteren Stock gewohnt und die Mutter darüber“, erzählt die Hausherrin. „Solange meine Mutter gelebt hat, wollten wir nichts umbauen.“ Erst nach deren Tod wurde mit den Planungen begonnen– gleich für das ganze Haus. „Wir haben es immer eng gehabt“, erinnert sie sich, „jetzt wollten wir es einfach großzügiger und heller.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="934426_image" /></div> <BR />Gamper setzte bei seinem Sanierungskonzept auf eine qualitativ hochwertige Gebäudehülle mit moderner Haustechnik und eine durchdachte Einteilung im Inneren. „Lärm und Wärme waren hier ein wichtiges Thema“, erklärt er. Und natürlich bestimmte Vorgaben, „denn das Gebäude liegt im Bannkreis der Autobahn“. Deshalb waren nur bestimmte Eingriffe möglich, die Gebäudehülle durfte nicht wesentlich verändert werden. <BR /><BR />„Wir konnten nur ein Stück Balkon anfügen, die Fenster etwas vergrößern und das Giebelfeld verglasen“, betont er. Das reichte ihm aber, um durch gezielte Positionierung der Öffnungen Negatives auszublenden und schöne Ausblicke einzufangen. <BR />So blieb die Fassade erhalten – natürlich mit Vollwärmeschutz ausgestattet. Der Planer setzte dabei auf „Steinwolle wegen der guten Schall- und Brandschutzqualitäten neben den wärmedämmenden Eigenschaften“. <BR /><BR />Erhalten blieben auch die Sprossenfenster, die den Bestandsrichtlinien entsprechen mussten. Isolierende Schallschutzverglasungen sorgen dabei ebenfalls für erhöhten Wohnkomfort. Gamper konnte das Gebäude auf einen so guten Standard bringen, „dass eine Niedrigtemperaturheizung im Boden möglich wurde“. Dazu kommt noch kontrollierte Be- und Entlüftung für ideales Raumklima.<h3> Komfort durch Neueinteilung</h3>Im Erdgeschoss ist jetzt ein praktischer Eingangsbereich entstanden mit Zugang zu Keller, Technikraum und einem Tages-WC. Hier startet auch der Aufzug, den die Hausherren „schon wegen der Einkäufe nicht mehr missen möchten“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="934429_image" /></div> <BR /><BR />Die eigentliche Wohnung beginnt im ersten Stock. Dort empfängt den Besucher eine praktische Garderobe – eine Maßanfertigung aus Altholz. Daneben liegt der Arbeitsraum der Hausherrin mit Zugang zum Balkon. „Der ist Gold wert“, schmunzelt sie, „so einen großzügigen Bereich mit Stauraum, Waschmaschine und Waschbecken habe ich mir schon lange gewünscht.“<BR /><BR />Großzügig ist auch das Hauptbad mit der frei stehenden Badewanne und bodengleicher Dusche. Helle Brauntöne bestimmen die gesamte Innengestaltung – angefangen vom Altholz, dem Wunschmaterial der Bauherren für sämtliche Schränke und Einbauten, bis zum durchgezogenen Boden aus heller, handgehobelter Eiche und den großformatigen Fliesen in den Bädern. Dazu sind immer wieder klarlinige schwarze Akzente kombiniert: Designarmaturen, filigrane Metallgeländer, Fenstergriffe, Lampen oder auch die Kochinsel.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="934432_image" /></div> <BR /><BR />Im ersten Stock sind noch ein Gäste- und das Hauptschlafzimmer angeordnet. Der Erker dort wurde wiederbelebt und mit 3 renovierten Biedermeierstühlen ausgestattet. „Die haben wir beim Ausräumen am Dachboden gefunden“, schmunzelt der Hausherr. <BR /><BR />Im oberen Stock trennt eine Glasschiebetür den offenen Koch- und Wohnbereich ab. Während sonst die alten Holzbalkendecken teils verstärkt, teils neu gemacht werden mussten, um das Haus statisch zu sichern, nahm der Architekt hier „die obere Decke heraus. Ein einfaches, aber effektvolles Mittel, um alles luftiger und heller zu machen“. Erkerfenster und Giebelverglasungen holen Licht und Landschaft von der schönsten Seite herein, Kloster Säben lässt sich postkartenmäßig bewundern. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="934435_image" /></div> <BR /><BR />Ein weiteres Gästezimmer und ein Bad runden das Raumangebot hier oben ab. Darüber liegt noch eine Art Empore, „ideal, wenn man seine Ruhe haben möchte“, verrät der Hausherr. Und ein Fenster an der Bergseite ermöglicht Querlüftung. Ein ebenso dezentes wie überzeugendes Projekt – klug saniert und strukturiert für maßgeschneiderten Wohnkomfort.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60922749_gallery" /><BR />