Dienstag, 30. Juni 2015

Ein Weg durch stürmische Zeiten

Mit einem Festgottesdienst und anschließender feierlicher Prozession gedachte Sexten am Wochenende der Priesterweihe von Gottfried Fuchs vor genau 50 Jahren. Es war ein Aufbruch in stürmische Zeiten, wie es der Sextner Jubilar in seiner Predigt selbst formulierte.

Feierliche Prozession, an der Jubilar Gottfried Fuchs mitwirkte
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Feierliche Prozession, an der Jubilar Gottfried Fuchs mitwirkte

Sexten – Das Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, das in Sexten gleichzeitig auch Patrotinium ist, bot den würdigen Rahmen für das goldene Priesterjubiläum von Gottfried Fuchs, dem heutigen Dekan von Klausen. Die Pfarrei hatte dafür alles aufgeboten. Die Musikkapelle Sexten begleitete den rüstigen Jubilar vom Widum in die Pfarrkirche, wo er in Versform aus Kindermund begrüßt wurde. Michl Tschurtschenthaler vom Pfarrgemeinderat zeichnete das Leben des 75-jährigen nach, der am 19. März 1940 am Obergolshof am Sextner Außerberg als sechstes von sieben Kindern das Licht der Welt erblickte. Sein Vater äußerte schon damals den Wunsch: Einer muss den Segen ins Haus bringen.

1953 trat Gottfried ins Finzentinum nach Brixen ein. Bischof Josef Gargitter weihte ihn 1965 gemeinsam mit 24 anderen Weihekandidaten zum Priester – unter ihnen war auch der spätere Bischof Wilhelm Egger. Danach wurde Fuchs zum Kooperator von Welsberg bestellt.

Von 1968 bis 1973 studierte er in München Katechetik, wurde Kooperator von Bruneck und anschließend Pfarrer von Aufhofen. Gleichzeitig erteilte er Religionsunterricht an der Handelsoberschule Bruneck. Seit 20 Jahren wirkt er als Dekan von Klausen.

Den Dankgottesdienst konzelebrierte Gottfried Fuchs in seiner Heimat mit Ortspfarrer Johann Bacher. Der Kirchenchor Sexten brachte die Herz Jesu-Festmesse von Josef Gruber zur Aufführung.
„Es war ein Aufbruch in bewegte Zeiten“ so der Jubilar selbst in seiner Predigt, „und gerade deshalb ist es für mich eine Gnade, heute Priester zu sein. Der Primizabend vor 50 Jahren begann in Sexten mit Blitz und Donner, auf den ein strahlender Tag, wie der heutige folgte – genau so ist es im Leben. 1964 wurde die Diözese Bozen-Brixen aus der Taufe gehoben, 1965 das 2. Vatikanische Konzil abgeschlossen. Vieles hat sich seither verändert – die Kirche lebt in einer Zeit des Umbruchs und mit der Synode, die Südtirol im Moment beschäftigt, sind viele Menschen dabei, Antworten auf die komplexe Lebenswelt von heute zu finden. Darüber freue ich mich.“ Und er wünsche sich, weiter für die Menschen da zu sein.

Einen besonderen Dank richtete er an Gott, an die vielen Menschen, die ihn auf seinem Priesterweg begleitet hatten und an seine Familie. Als Zeichen des Dankes überreichte ihm die Pfarrei ein Aquarell seines Heimathofes. Bürgermeister Fritz Egarter dankte bei der gemeinsamen Agape nach der Prozession mit einem Geschenkskorb typisch Sextner Produkte.
 

Christian Tschurtschenthaler, Sexten

stol