Freitag, 22. Mai 2015

Eine Liebeserklärung an Südtirol

Nicht nur die Bozner Stadtbevölkerung genießt in den heißen Monaten des Jahres die Sommerfrische auf dem Ritten, nein, auch für die bayerische Bevölkerung ist der im Herzen von Südtirol gelegene Berg immer wieder Urlaubsziel und pure Erholung vom Alltagsstress. Aber was macht ihn so attraktiv? Dies versucht die STOL-Leserreporterin Julia Feucht zu ergründen.

Sicht von Klobenstein am Ritten zum Schlern
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Sicht von Klobenstein am Ritten zum Schlern

Seit Jahrhunderten verbindet die Südtiroler und die Bayern eine lange Tradition. Eine Freundschaft, die über zwei Landesgrenzen hinweg geht. Nicht nur die geographische Nähe, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl, das "mir san mir", oder wie die Südtiroler so schön sagen, das "mir sein mir", sowie das Bewusstsein für die Heimat und die Bräuche.

Vielleicht ist es gerade das, warum wir uns in dieser wunderschönen Region so wohl fühlen. Die Südtiroler sind sich ihrer Herkunft bewusst, pflegen die wunderbaren Bräuche und sind eines der wenigen Fleckerl Erde, die noch nicht von der Industrie und "Maxibauten" übersäht sind. Und natürlich ist auch der italienische Einfluss anziehend für uns Bayern.

Beschäftigt man sich näher mit der Region, ihren zahlreichen Wanderrouten und begibt man sich auf die Suche nach wunderschönen Almen, kommt man am Ritten eigentlich nicht vorbei. Zwischen der Bischofsstadt Brixen und der Landeshauptstadt Bozen gelegen, ist er der ideale Standort, um sich vom Alltagsstress zu erholen.

Wenn man sich dennoch auch nach dem regen Treiben der Stadt sehnt, ist die Laubengasse in Bozen mit all den einladenden Geschäften und kleinen Cafés auch nicht fern. In den heißen Sommermonaten ist der Ritten der Zufluchtsort der Stadtbevölkerung und das auch verständlicherweise.

Sonnenblumen, knospende Rosen, Grün so weit das Auge reicht, frische Luft, muhende Kühe, gackernde Hühner, die Nuss-und Obstbäume und der Duft nach Speck-und Spinatknödel, all das lässt einen für kurze Zeit den Alltagstrubel vergessen und die Anspannung abfallen lassen. Die drückende Hitze des Tales im Sommer ist auf dem Ritten meist selten zu spüren, dank des stetig wehenden Lüftchens, das für Erfrischung sorgt und wohl auch ein Hauptgrund für die Stadtbevölkerung ist, sich dorthin zurückzuziehen.

Auf dem Keschtnweg Richtung Saubach, liegt das kleine Kirchlein St. Verena auf einer kleinen Erhöhung, welche einen atemberaubenden Ausblick auf den Schlern und den Rosengarten bietet und von der aus man bis nach Kastelruth sehen kann.

Die Liebe der Bayern zu Südtirol ist wahrscheinlich auch dadurch begründet, dass man dort wie ein Gast und nicht wie ein Tourist behandelt wird. Natürlich haben wir, wenn wir dort Urlaub machen, in gewisser Weise auch eine rosarote Brille auf, sehen nur das von der Region, was wir sehen wollen und blenden die negativen Seiten und die Probleme des Landes aus, aber eines kann man mit Sicherheit behaupten: Wir schätzen das Land, die Leute, die Bräuche und Traditionen.

Julia Feucht, Passau

stol