Denn die gebürtige Brasilianerin, die in Berlin lebt, hat eine ganz besondere Geschichte.<BR /><BR />Domitila Barros (37) wuchs in einer Favela „Linha do tiro“ (zu deutsch: Schusslinie) im Norden Brasiliens auf, in der über 25.000 Menschen leben. In dieser Favela gibt es keine Schulen, keine Krankenhäuser, keine Polizeistationen, keine Spielplätze. Heute sich die gebürtige Südamerikanerin für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ein – und für dieses Engagements wurde Domitila zur neue „Miss Germany“ gekürt. <BR /><BR />Die Wahlberlinerin setzte sich im Finale im Europa-Park im badischen Rust gegen 10 Konkurrentinnen durch. „Wir alle leben auf der Mutter Erde. Und die braucht uns ganz doll im Moment“, sagte Barros auf der Miss-Bühne. Ihre Themen wolle sie „cooler, vielleicht sogar ein bisschen sexier machen“. Dafür nutze sie vor allem soziale Medien. „Die Leute, die ich erreichen möchte, lesen nicht alle Zeitungsartikel – aber die scrollen“, sagte Barros, die sich als Sozialunternehmerin (Mode- und Schmucklabel), Schauspielerin, Model und „Social Media Greenfluencerin“ beschreibt. <BR /><BR />Schon früh begann Domitila sich für soziale Projekte einzusetzen. So präsentierte sich Domitila auf der Hompage der Miss-Germany-Wahl (missgermany.de): „Meine Eltern gründeten dort (in Brasilien, Anm. d. Red.) vor 35 Jahren ein Straßenkinderprojekt, in dem auch ich aufwuchs... Ich brachte den Kindern, die zu uns kamen, das Lesen und Schreiben bei und entwickelte dabei eine Methode, dies in Verbindung mit Schauspiel und Tanz zu machen. So konnten die Kinder, die oft traumatisiert waren und aufgrund von Konzentrationsstörungen Lernschwierigkeiten hatten super lernen.“ Von den Vereinten Nationen bekam Domitilila Barros im Jahr 2000 dafür einen Millennium Dreamer Award verliehen. „Diese Erfahrung gab mir Antrieb. Ich verstand, dass ich mit meiner Stimme etwas bewegen, etwas verändern konnte“, so die neue Miss Germany.<h3> Abgeschlossenes Studium</h3>Über ein Stipendium ist die gebürtige Südamerikanerin an die Freie Universität Berlin gekommen, „an der ich meinen Master in Politik- und Sozialwissenschaften absolvierte. Heute bin ich Wahlberlinerin und überglücklich, mich in dieser Stadt gefunden zu haben“.<BR /><BR />Ihre Heimat hat Domitila aber geprägt – auch in punkto Umweltschutz. „Durch meine Kindheit in einem weniger privilegierten Teil dieser Erde, habe ich die Auswirkungen nicht nachhaltigen, umweltschädlichen und menschenverachtenden Handelns aus erster Hand miterlebt“, schildert sie. „Daher sind mir die Werte Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Soziale Gerechtigkeit so wichtig. Mit meiner Arbeit als Greenfluencerin möchte ich Aufmerksamkeit auf die wirklich wichtigen Themen unserer Gesellschaft lenken und thematisiere auf meinem Instagram Account regelmäßig Nachhaltigkeitsthemen, sowie weltweite Problematiken in Sozialer Gerechtigkeit. Bisher konnte ich mir eine tolle Community von über 100.000 FollowerInnen aufbauen und freue mich riesig diese Plattform im positiven Sinne zu nutzen.“<h3> Meinungen gehen auseinander</h3>Nach der Kür in Rust fiel sie auf der Bühne auf die Knie. Die anderen Kandidatinnen eilten zu ihr und halfen ihr wieder auf die Beine. Unter die Finalistinnen der Wahl befanden sich Frauen mit besonderen Missionen: Eine beispielsweise war in der Black-Lives-Matter-Bewegung aktiv, eine andere Kandidatin wollte nach eigenen Erfahrungen Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs eine Stimme geben, eine weitere rief vor allem Frauen dazu auf, sich selbst um ihre Finanzen zu kümmern.<BR /><BR /> Ihre Anliegen trugen die Titelanwärterinnen in 3 Runden vor. Die Jury aus Prominenten (darunter Schasupieler <Fett>Uwe Ochsenknecht</Fett>, 66, sowie die Moderatorinnen <Fett>Laura Wontorra</Fett>, 32, und <Fett>Frauke Ludowig</Fett>, 58) sowie das Publikum bei einer mehrstündigen Online-Übertragung über das Live-Streaming-Videoportal stimmten dann über die Siegerin ab.<BR /><BR />Miss Domitila scheidet die Meinungen in den sozialen Medien – von „Eine intelligente, engagierte und gutaussehende Frau“ über „Was hat eine Brasilianerin mit Deutschland am Hut?“ bis hin zu „Miss Germany?! Die??? Ernsthaft???“ war beispielsweise auf Facebook zu lesen.