Am Samstag, 1. Oktober , übernimmt Fabian Tirler bei der Vorabendmesse um 18 Uhr die Pfarrei zur hl. Helena in Mühlbach von seinem Vorgänger Hugo Senoner. Der junge Priester erzählt von seinen Erwartungen.<BR /><BR /><Fett>Herr Tirler, Sie werden Pfarrseelsorger in Mühlbach. Welche Aufgaben kommen auf Sie zu?</Fett><BR />Fabian Tirler: Meine Hauptaufgaben werden ab Anfang Oktober im Bischöflichen Ordinariat in Bozen sein: als Kanzler der Diözese und als Richter am Diözesan- und Regionalgericht. Zudem bin ich auch noch am Schreiben meiner Dissertation. Daneben werde ich die Pfarrei Mühlbach als sogenannter Pfarrseelsorger betreuen; das bedeutet, dass ich die Leitung der Pfarrei gemeinsam mit einem Pastoralteam, das aus dem Pfarrgemeinderat gebildet und vom Bischof beauftragt wird, übernehmen werde. Ich werde vor allem für die Ausübung der priesterlichen Aufgaben zuständig sein und als rechtlicher Vertreter die Letztverantwortung tragen. Das Pastoralteam wird in den verschiedenen Bereichen der Seelsorge und Verwaltung Mitverantwortung übernehmen.<BR /><BR /><Fett>Was ging Ihnen durch den Kopf als Sie erfuhren, dass Sie Mühlbach übernehmen sollen?</Fett><BR />Tirler: Es war eigentlich immer klar, dass ich neben meinen Aufgaben im Ordinariat auch in irgendeiner Weise in der Pfarrseelsorge mitwirken werde. Auf die Anfrage des Generalvikars hin habe ich gleich zugesagt, da Mühlbach eine Pfarrei in überschaubarer Größe ist, die zudem nicht weit von meinem Wohnort Brixen entfernt ist, sodass sich diese Aufgabe mit meinen anderen Aufgaben kombinieren lässt.<BR /><BR /><BR /><Fett>Welche besondere Herausforderungen warten auf Sie in Mühlbach?</Fett><BR />Tirler: Die Herausforderungen sind heute wohl in allen Pfarreien mehr oder weniger ähnlich. Das Wichtigste wird aber zunächst wohl sein, dass die Pfarrangehörigen von Mühlbach, die bisher gewohnt waren, einen sehr aktiven Pfarrer vor Ort zu haben, nun lernen müssen, selbst für die Pfarrei Mitverantwortung zu übernehmen. Ich bin dankbar, dass mein Vorgänger Hugo Senoner, der nun die Verantwortung für die Pfarrei abgibt, weiterhin seelsorgliche Dienste übernehmen wird. Aber weder er noch ich sind für alles zuständig. Eine Pfarrei ist ja nicht ein Dienstleistungsunternehmen, wo der Pfarrer für alles sorgt, sondern eine Pfarrei ist eine Gemeinschaft von Gläubigen, wo jede und jeder, entsprechend den persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, ihren und seinen Beitrag leisten muss.<BR /><BR /><Fett>Haben Sie sich Ziele gesetzt und wenn ja, welche?</Fett><BR />Tirler: Konkrete Ziele sind gemeinsam mit dem Pastoralteam zu formulieren. Grundsätzlich gilt es aber immer, die Menschen in der Pfarrei im Blick zu haben und zugleich Christus, den zu verkündigen und zu feiern unsere wichtigste Aufgabe als Seelsorger sein muss.<BR /><BR /><Fett>Sie wurden mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Mit heute 43 Jahren sind Sie 18 Jahre lang Priester. Was raten Sie jungen Menschen, die überlegen einen geistlichen Beruf zu ergreifen?</Fett><BR />Tirler: Der Priesterberuf ist ein schöner Beruf. Daher würde ich mir als erstes wünschen, dass ein junger Mensch einen solchen Gedanken zulässt und nicht sofort verdrängt. Dann ist es auf jeden Fall gut, mit jemandem darüber zu sprechen, denn eine Berufung wächst auch in der Auseinandersetzung mit einem Gegenüber. Dabei muss ein solcher Gesprächspartner natürlich darauf achten, dem jungen Menschen die Freiheit der Entscheidung zu lassen und ihn nicht in eine bestimmte Richtung zu drängen. Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, dass wir junge Menschen immer wieder auch auf die Möglichkeit eines geistlichen Berufes ansprechen.