Nach „Inject“ in der Therme Meran steht die zweite Aufführung mit dem franko-kanadischen Künstler Herman Kolgen bevor: In „Train Fragments“, einer Hommage an den Minimalisten Steve Reich, schafft Kolgen zusammen mit der Südtiroler Perkussionsgruppe „conTakt“ eine Welt voller Klang und Stahl gewordener Visionen. Es folgen zwei Soloarbeiten von Kolgen, „Overlapp“ und „Dust“. Letztere Performance ist inspiriert von der Fotografie „Élevage de poussière“ von Marcel Duchamp und Man Ray aus dem Jahr 1920. An der Grenze der Wahrnehmbarkeit befinden sich Pigmente um ein Magnetfeld herum. Willkürliche Fasernetze werden zu Verbundgegenständen von hypnotischer Komplexität. Feste Partikel existieren in Kombination mit leuchtenden Aggregaten auf einem Niveau, das alle Orientierungspunkte aufhebt. Am Wendepunkt von Sicht- und Unsichtbarkeit wird Staub zum Rauschmittel und die Videooberfläche zu einer wahren Ansammlung von Röntgenstrahlen.Zuvor, ab 20.30 Uhr, ist aber noch eine Arbeit des Südtiroler Künstlers Michael Fliri zu sehen: Sie nennt sich „The unseen looks like something you have never seen“ (2011).Japanisches Ensemble „Toe“ in der BahnhofsremiseIm Anschluss sind in den faszinierenden Räumlichkeiten der Bahnhofsremise die Musiker des angesehenen japanischen Perkussion Ensembles „Toe“ erstmalig in Italien zu hören. Am Ende des Abends, der im Kontext des Designfestivals der Uni Bozen steht, gehört die Bühne dann dem Mailänder Produzenten Crono und den visuellen Installationen der Studierenden der Fakultät für Design der Universität Bozen.