Mittwoch, 14. Januar 2015

Eine Woche nach Angriff: „Charlie Hebdo“ erscheint mit Mohammed-Titel

Eine Woche nach dem Terrorangriff auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion erscheint das französische Satiremagazin am Mittwoch erstmals wieder. Der Titel zeigt den Propheten Mohammed mit einem Schild in Händen, auf dem steht: „Je suis Charlie.“ Die noch lebenden Macher wollen das Blatt international in einer Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren vertreiben.

Foto: © APA/EPA

Ägyptische Islamgelehrte warnten wegen der Mohammed-Karikatur vor einer neuen Welle des Hasses. Frankreich hatte zuvor der drei bei der Terrorwelle der vergangenen Woche getöteten Polizisten gedacht, in Israel wurden die vier jüdischen Opfer zu Grabe getragen.

Zwei Attentäter hatten vergangenen Mittwoch die Redaktion des Magazins gestürmt und zwölf Menschen erschossen. Der Anschlag war der Auftakt einer fast dreitägigen Terrorwelle im Großraum Paris, bei der fünf weitere Menschen starben.

Die Mohammed-Karikatur

Eine deutsche Fassung von „Charlie Hebdo“ war zunächst nicht geplant. Der Inhalt soll lediglich ins Englische, Arabische und einige weitere Sprachen übersetzt werden. Das im Voraus veröffentlichte Titelbild der „Charlie-Hebdo“-Ausgabe zeigt erneut eine Mohammed-Karikatur. Über der Zeichnung steht „Tout est pardonné“ (Alles ist vergeben). Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed bildlich dargestellt werden. Frühere, zum Teil sehr derbe Mohammed-Karikaturen von „Charlie Hebdo“ gelten als Hintergrund des Terrorangriffs auf die Redaktion.

Scharfe Kritik aus Nordafrika und Terrordrohungen

Ägyptische Islamgelehrte reagierten mit scharfer Kritik auf die angekündigte neue Ausgabe. Diese „ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit“ werde eine neue Welle des Hasses auslösen, erklärte die wichtige religiöse Einrichtung Dar al-Ifta in Kairo. Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) hatte zuletzt im Internet mit weiteren Angriffen auf Frankreich gedroht.

apa/dpa

stol