Mittwoch, 01. April 2015

Einziger TV-Kanal der Krimtataren muss Sendung einstellen

Ungeachtet der Kritik von Menschenrechtlern haben die russischen Behörden den einzigen Fernsehsender ATR der tatarischen Minderheit auf der Halbinsel Krim vom Netz genommen.

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Es habe trotz mehrerer Anträge keine neue Lizenz gegeben, beklagte der private Sender am Mittwoch in Simferopol.

Zugleich wurden ein Kinderkanal und zwei Radiofrequenzen abgeschaltet, die zur Medienholding ATR gehören. Die islamisch geprägte Gemeinschaft der Krimtataren hatte die Annexion der Krim durch Russland vor einem Jahr verurteilt.

Der ukrainische Kulturminister Wjatscheslaw Kirilenko kritisierte den Sendestopp. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen warf den russischen Behörden Diskriminierung vor.

Auf der Schwarzmeerhalbinsel leben rund 300 000 Krimtataren. 

Menschenrechtler von Amnesty International hatten zuvor zunehmenden Druck der Behörden auf unabhängige Medien auf der Krim kritisiert.

Denis Krivosheev von Amnesty sprach von einem „eklatanten Angriff“ auf die Pressefreiheit, der als administrative Maßnahme getarnt sei.

dpa

stol