Montag, 02. März 2015

Elternbriefe informieren von Geburt bis 13. Lebensjahr

2010 ist der 1. Südtiroler Elternbrief erschienen, nun lesen bereits 20.000 Familien jährlich die Elternbriefe: Sie sind zu einem wichtigen Instrument für Mütter und Väter geworden, um sich über die Entwicklung ihres Kindes zu informieren, es besser zu verstehen und viele Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.

Seit fünf Jahren gibt es die "Elternbriefe".
Seit fünf Jahren gibt es die "Elternbriefe".

Vor fünf Jahren hat das Land erstmals einen Elternbrief herausgegeben, seitdem begleiten acht Ausgaben Eltern bei der Erziehung des Kindes: von der Geburt bis zum 13. Lebensjahr. Für Familienlandesrätin Waltraud Deeg sind die Elternbriefe ein „unverzichtbares Instrument der Elternbildung“. 

„Beziehungs- und Erziehungsaufgaben werden immer komplexer, aus diesem Grund wollen wir über die Elternbildung Eltern in Südtirol stärken und ihnen die Elternbriefe mit auf dem Weg geben“, erklärt Deeg.

Die Landesregierung habe in dieser Legislaturperiode einen Schwerpunkt auf die Familie gelegt, die Familienagentur ins Leben gerufen, die Familiengelder erhöht und unterstütze verstärkt Projekte zur Elternbildung wie die Elternbriefe, so die Landesrätin.

Ziel der Elternbriefe sei es, die Familien und die Allgemeinheit für die große Bedeutung der Kindheit für das gesamte Leben zu sensibilisieren.

 Unterstützung und Information für Eltern

„In vielen Ländern werden die Elternbriefe zur Erhöhung der Erziehungskompetenz eingesetzt, so auch in Südtirol“, erklärt Stefan Walder, Direktor des Ressorts für Familie.

Die Broschüren sollen Eltern bereits von der Schwangerschaft an begleiten.

Mütter und Väter erfahren viel über die Entwicklung des Kindes und können es so besser verstehen. Auch lesen sie, wie man das Leben in der Familie gestalten und alltägliche Herausforderungen bewältigen kann.

Die Elternbriefe enthalten zudem zahlreiche Informationen über die Paarbeziehung. „Die Elternbriefe sollen Mut machen, keine Mutter, kein Vater, kein Kind ist perfekt. Wir wollen zu einem entspannten Familienalltag beitragen“, erklärt Projektleiterin Gudrun Schmid, die von der ersten Stunde an die Elternbriefe betreut.

Anregungen für den Alltag mit dem Kind

Die Texte stützen sich auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Pädagogik, Kleinkindforschung, Entwicklungspsychologie, Gesundheit, Ernährung und Recht.

In den Elternbriefen finden Eltern Anregungen für den Alltag mit dem Kind, Informationen zu Themen, die für die jeweiligen Entwicklungsschritte des Kindes aktuell sind sowie Orientierung in der Erziehung. Angebote für Mütter, Väter und Kinder in Südtirol runden die Information ab.

Leserzahl hat sich verfünffacht

Elternbriefe haben in der Elterninformation Tradition: Bereits 1946 wurden in den USA die ersten Elternbriefe entwickelt, die „„Peter-Pelikan-Briefe“ von Lloyd W. Rowland. 1969 erschienen die ersten deutschsprachigen Elternbriefe. 2010 wird der italienweit erste Elternbrief unter der damaligen Landesrätin Sabina Kasslatter Mur vom Amt für Jugendarbeit unter der Projektleitung von Gudrun Schmid herausgegeben.

Heute fallen die Elternbriefe in die Zuständigkeit der Familienagentur und sind äußerst beliebt: Die Nachfrage hat sich in fünf Jahren verfünffacht und laut einer Evaluation bezeichnen Eltern die Elternbriefe als „praxisnah, vielfältig, humorvoll und hilfreich“.

Heute erhalten mehr als 15.000 Südtiroler Familien die Elternbriefe im Abo zugesandt, der Elternbrief für Eltern von Jugendlichen wird an weitere 5.000 Familien jährlich über die Schulen verteilt.

Zudem gehen die Elternbriefe an 1.500 Fachleute und Interessierte.

Durch eine gezielte Verteilung der Elternbriefe über die Krankenhäuser, Frauenärzte, Bibliotheken, Gemeinden und Schulen sowie über Hauszustellung nach ausgefüllter Bestellkarte werden Südtirols Eltern erreicht.

Beim Elternbrief über das Jugendalter werden diese sogar zu 100 Prozent erreicht. Die gute Verteilung und der dadurch gering gehaltene Streuverlust ist der guten Zusammenarbeit mit dem Gesundheits- und Sozialressort sowie dem deutschen, italienischen und ladinischen Bildungsressorts des Landes zu verdanken.

Acht verschiedene Ausgaben

Es gibt acht verschiedene Ausgaben der Elternbriefe, die in beiden Landessprachen erscheinen: Die Reihe beginnt mit einem Elternbrief über die Schwangerschaft und die Geburt, gefolgt von vier Ausgaben über die ersten Monate mit Baby und die ersten drei Jahre mit Kleinkind.

Weitere Ausgaben umfassen das Kindesalter von drei bis fünf, von fünf und sieben sowie das Jugendalter und die Pubertät. Die Familienagentur möchte die Reihe auf insgesamt 10 Elternbriefe erhöhen und das Alter bis zum 18. Lebensjahr miteinbeziehen: Zwei weitere Ausgaben sollen das Alter von sieben bis 10 Jahren und von 14 bis 18 Jahren umfassen.

Alle Elternbriefe sind kostenlos. Alle Elternbriefe gibt es als Downloads.  

Tipps, Tricks und Bilder

Die Information soll für alle Eltern gut verständlich sein. Die Sprache ist einfach, Ratschläge und Tipps sind gut ersichtlich und farbig markiert. Die Texte der Elternbriefe werden durch ansprechende farbige Bilder, Zitate und Comics untermauert.

Obwohl sich die Elternbriefe an beide Elternteile richten, lesen laut einer Umfrage derzeit noch vorwiegend Mütter die Zeitschrift (ca. 58%), in ca. 40% der Familien auch beide Elternteile.

Bei den Elternbriefen übt Südtirol italienweit eine Vorreiterrolle aus; im restlichen Italien gibt es keine vergleichbare Informationsreihe für Eltern. 

stol

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