Sonntag, 10. Mai 2015

Endlich! Hoffnungen auf Waffenruhe im Jemen

Im Jemen haben sich die Konfliktparteien nach wochenlangen schweren Kämpfen auf eine fünftägige Waffenruhe geeinigt. Ein Sprecher des mit den Houthi-Rebellen verbündeten Teils der jemenitischen Armee sagte, seine Gruppe akzeptiere die von Saudi-Arabien vorgeschlagene Feuerpause, damit dringend benötigte Hilfsgüter in das Land gelangen könnten. Sie soll ab Dienstag gelten.

Gibt es endlich eine Waffenruhe?
Gibt es endlich eine Waffenruhe? - Foto: © APA/AP

Vorerst hielten die Kämpfe aber an. So nahm die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz erneut die Hafenstadt Aden unter Beschuss. Außerdem bombardierte sie nach Angaben von Bewohnern der Hauptstadt Sanaa den zweiten Tag in Folge die dortige Residenz des mit den Houthi verbündeten Ex-Staatschefs Ali Abdullah Saleh. Er blieb offenbar unverletzt.

Die Vereinten Nationen kritisierten die Angriffe der Allianz als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Anhänger des ins saudi-arabische Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi zeigten sich skeptisch, ob die Waffenruhe greifen wird. „Wir bezweifeln, dass die Houthi sich an eine Feuerpause oder einen Waffenstillstand halten, denn sie haben wiederholt politische Zusagen gebrochen“, sagte ein Milizionär, der an der Seite der Rebellengegner in Aden kämpft.

Oberst Sharaf Lukman, Sprecher des Flügels der jemenitischen Armee, der sich mit den Houthi verbündet hat, erklärte, seine Gruppe sei für die Feuerpause. Sie werde aber auf militärische Verstöße reagieren. Die Houthi signalisierten ebenfalls Zustimmung. Sie begrüßten grundsätzlich jede Waffenruhe, die den Zugang von Hilfslieferungen für die Bevölkerung ermögliche, erklärte Rebellen-Sprecher Hussein al-Assi auf seiner Facebook-Seite.
Die vom Iran gestützten Houthi haben große Teile des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht.

Sie wollen so nach eigenen Angaben den in dem verarmten Land ansässigen Al-Kaida-Flügel in die Schranken verweisen. Nach ihrer Auffassung werden die Islamisten von Hadi unterstützt. Saudi-Arabien sieht im Vormarsch der Houthi dagegen den Versuch des schiitischen Erzrivalen Iran, in der Region besser Fuß zu fassen. Seit dem 26. März greift das Königreich mit anderen sunnitischen Staaten die Rebellen aus der Luft an. Ziel ist die Wiedereinsetzung Hadis.
Angesichts der Bombardements und der immer stärker leidenden Zivilbevölkerung, steht die Allianz zunehmend unter Druck.

Die „wahllosen Angriffe auf besiedelte Gebiete“ seien ein Verstoß gegen das Völkerrecht, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten im Jemen, Johannes van der Klaauw, am Wochenende. Unzählige Zivilisten seien bedroht.

dpa

stol