Sonntag, 17. Februar 2019

Entschärfen Sie Ihre Sprache

Wir alle sind wesentlich besser im Austeilen als im Einstecken. Dabei gehen wir oft von einer Fehleinschätzung aus. Wir denken, damit unser Gegenüber unsere Botschaft gut verstehen kann, müssen wir Sie laut und deutlich sagen.

Dabei ist es oft umgekehrt. Je lauter und aggressiver der andere uns empfindet, desto weniger hört er die Inhalte unserer Botschaft. Wenn wir wollen, dass unsere Kritik angenommen wird, darf die Form den Inhalt nicht überschatten. Dazu ist es günstig sich die folgenden Grundgesetze vor Augen zu halten:

Tipp 1: Der Starke spricht leise

Wer schreit, hat immer Unrecht. So zumindest empfindet es der Empfänger. Oder haben Sie schon einmal jemanden Recht gegeben der Sie angeschrien hat. Achten Sie also darauf, dass Lautstärke und Tonfall nicht zu scharf sind.

Tipp 2: Achten Sie auf die Menge

Jeder von uns kann nur eine bestimmte Menge an Kritik aufnehmen. Es ist wie beim Essen, irgendwann sind wir einfach bis oben hin voll. Und die Menge an Kritik, die wir vertragen ist geringer als wir als Sender vermuten. Portionieren Sie also Ihre Kritikpunkte. Wenn Sie alles auf einmal servieren, bleibt mit Sicherheit etwas auf dem Teller zurück das nicht verzehrt werden kann, weil unser Empfänger einfach schon voll ist.

Tipp3: Kritisieren Sie nicht die Person, sondern ihr Verhalten

Wir können Kritik an unserem Verhalten schon schwer annehmen. Kritik an unserer Person vertragen wir so gut wie gar nicht. Unsere Psyche schützt sich vor diesen „Verletzungen“ meist dadurch, dass wir die Kritik als ungerechtfertigt zurückweisen und den Kritiker als Scheusal diffamieren.
Beschreiben Sie also das kritisierte Verhalten sachlich und unterlegen Sie es mit konkreten Beispielen. Diese sollten so genau als möglich sein und auch den Zeitpunkt klar benennen.
Wenn Sie Ihre Kritik mit „Du bist immer so…“ beginnen, ist die Eskalation vorprogrammiert. Verzichten Sie also auf Wörter wie „immer“, „nie“, „ständig“ und „dauernd“. Diese generalisieren Verhalten und machen es zu einer persönlichen Charaktereigenschaft. Auch das „Du bist…“ drückt dem anderen einen Stempel auf.

Atmen Sie also nochmals tief aus, bevor Sie jemanden kritisieren und nehmen Sie Schärfe raus. Damit steigern Sie die Chance mit Ihrer Botschaft durchzudringen massiv.

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Achtung: begrenzte Teilnehmerzahl - Melden Sie sich jetzt HIER an.

stol