Das Verdienstkreuz der Genossenschaftsbanken (La Croce alla fedeltà e al merito del Credito Coopertivo) ehrt Personen, die zur Verbesserung und Entwicklung des genossenschaftlichen Bankenwesens beigetragen haben.<BR /><BR /><b>Herr Gasser, wofür haben Sie die Auszeichnung genau erhalten?</b><BR />Paul Gasser: Diese Auszeichnung ist auf Initiative des Raiffeisenverbandes Südtirol zustande gekommen, was mich sehr freut. Ich denke, dass man damit 2 Meilensteine meines Wirkens hervorheben wollte, die durchaus historische Bedeutung haben. Durch einen Streitfall mit der Kartellbehörde stand die Zukunft des Raiffeisen-Systems auf dem Spiel. Die Wettbewerbsbehörde hatte Raiffeisen der illegalen Kartellbildung bezichtigt und zu einer Strafzahlung von 27.000 Euro verurteilt. Es war harte Arbeit, die Sache ins richtige Licht zu bringen. Das Verwaltungsgericht Latium und der Staatsrat gaben uns recht. Mit diesem Urteil wird bestätigt, dass die Zusammenarbeit innerhalb von Raiffeisen nicht kartellwidrig ist, also eine Absicherung auch für die Zukunft.<BR /><BR /><b>Und die zweite Leistung?</b><BR />Gasser: Zudem ist es über politische Beziehungen gelungen, das Gesetz zur Reform der italienischen Genossenschaftsbanken von 2016 für Raiffeisen abzuändern. Damit mussten sich die Südtiroler Raiffeisenkassen nicht zu einer Bankengruppe zusammenschließen, sondern konnten ein eigenes institutsbezogenes Sicherungssystem, das IPS, gründen. Das IPS garantiert die Eigenständigkeit der angeschlossenen 39 Raiffeisenkassen. Das Südtiroler IPS ist das erste und bis heute einzige institutsbezogene Sicherungssystem Italiens, für das wir vielfach auch beneidet werden. Über die Auszeichnung dafür freue ich mich sehr.<BR /><BR /><b>Sie sind Ende des vergangenen Jahres nach 14 Jahren als Generaldirektor in den Ruhestand getreten. Wie geht es Ihnen?</b><BR />Gasser: Es geht mir gut. Es ist wie bei allen Dingen. Man muss loslassen können, dann geht es einem gut. Mir ist das gelungen, da ich mich entsprechend vorbereitet habe. <BR /><BR /><b>Sie engagieren sich seit Jahren in verschiedenen kulturellen Vereinen und Organisationen. Ist die Kultur Ihre Leidenschaft?</b><BR />Gasser: Ja. Mein Interesse für die Kultur ist sicherlich meiner klassischen Ausbildung im Vinzentinum und dem humanistischen Gymnasium zu verdanken. Ich habe in meiner Jugendzeit auch Gitarre und Flügelhorn gespielt, was ich mit dem Studium aber aufgegeben habe. Meine Liebe gehört der klassischen Musik. Ich mag besonders Haydn, weil er einen Lebensoptimismus in seinen Werken vermittelt, das mir sehr entgegen kommt.<BR /><BR /><BR />PERSÖNLICHES<BR /><BR />Paul Gasser wurde 1959 in Weitental geboren. Er besuchte das Vinzentinum in Brixen und schloss die Matura am humanistischen Gymnasium in Bruneck ab. Sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Verona schloss er mit einer Doktorarbeit zum Thema Versicherungswesen ab.<BR /><BR /> Von 1987 bis 1992 war Paul Gasser Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen bei der Südtiroler Volksbank, anschließend Direktor der Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. sowie von 2001 bis 2008 Vizedirektor und Leiter der Hauptabteilung Bankwirtschaft der Raiffeisenverband-Südtirol-Genossenschaft. <BR /><BR />Von 2009 bis zu seiner Pensionierung war er Generaldirektor der Raiffeisenverband-Südtirol-Genossenschaft. Paul Gasser war 2 Amtsperioden Gemeinderat in Brixen (2000 bis 2010) und steht seit 2010 als Präsident der Brixner Initiative Musik und Kirche und seit 2018 der Stiftung Haydn von Bozen und Trient vor. Zudem ist er seit 2010 Stiftungsrat und nun Vizepräsident der Hofburg Brixen. <BR /><BR />Paul Gasser wohnt in Milland, ist verheiratet, hat 3 Töchter und 2 Enkelkinder.<BR />