Dienstag, 02. Mai 2017

Erdogan fordert neue EU-Beitrittsgespräche

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will der Europäischen Union den Rücken kehren, falls die seit langem stockenden Beitrittsgespräche nicht reaktiviert werden.

Recep Tayyip Erdogan setzt die EU unter Druck.
Recep Tayyip Erdogan setzt die EU unter Druck. - Foto: © APA/AFP

Die EU habe keine andere Option, als weitere Themen in den Verhandlungen anzugehen, sagte Erdogan am Dienstag. „Auf Wiedersehen, wenn Sie es nicht tun“, sagte er an die EU gerichtet.

Sein Land habe mit der EU nichts zu diskutieren, solange die Gegenseite in diesem Punkt nicht ihre Versprechen einhalte. Erdogan bezog sich auf die Eröffnung sogenannter Kapitel in EU-Beitrittsverhandlungen, in denen bestimmte Themen wie Wirtschaft, Justiz oder Menschenrechte beraten werden. Die Türkei sei nicht „der Lakai“ Europas, sagte Erdogan.

Beziehungen am Tiefpunkt

Die Beziehungen zu den EU-Staaten waren im Wahlkampf für das umstrittene Verfassungsreferendum vom 16. April auf einen Tiefpunkt gesunken. Erdogan überzog Deutschland und die Niederlande mit Nazi-Vorwürfen, nachdem dort Auftritte türkischer Minister abgesagt worden waren.

Zudem bezeichnete er Europa als „verrottenden Kontinent“ und kündigte an, nach dem Volksentscheid das Verhältnis zur EU zu überprüfen. Er wirft dem Staatenbund regelmäßig vor, die Türkei seit einem halben Jahrhundert an seiner Tür warten zu lassen, und dringt auf Fortschritte im Beitrittsprozess.

apa/reuters/afp

stol