Freitag, 09. Dezember 2016

Erdogan ruft Türken zur stärkeren Unterstützung der Landeswährung auf

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Bürger aufgerufen, sich „mehr zu engagieren“ für die Unterstützung der Landeswährung.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan - Foto: © LaPresse

„Ich danke sehr nachdrücklich meinem Volk. Doch reicht das? Nein. Meiner Meinung nach sollte meine Nation sich mehr engagieren“, sagte Erdogan am Freitag vor Journalisten in Istanbul.

Er hatte vor einer Woche die Türken aufgerufen, aus „Patriotismus“ ihre Währungsreserven in Lira umzutauschen, um den Verfall der Lira aufzuhalten.

Tausende Türken waren seinem Aufruf gefolgt und hatten ihre Euro- und Dollar-Reserven umgetauscht, während Geschäftsleute Belohnungen aussetzten für jeden, der sein Geld umtauscht. Auch Staatsinstitutionen und große Unternehmen schlossen sich der Kampagne an. Wie Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Donnerstag mitteilte, tauschte auch der Präsident seine ausländischen Devisen um. Wie hoch die umgetauschte Summe war, teilte der Sprecher nicht mit.

Ökonomen skeptisch

Zwar gewann die Lira in den vergangenen Tagen wieder an Wert, doch zeigen sich Ökonomen skeptisch, dass die einfachen Bürger den Wert der Währung nennenswert beeinflussen können, wenn sich nicht auch die Großkonzerne beteiligen. Während Erdogan ungenannte Kräfte für den Verfall der Lira verantwortlich macht, weisen Ökonomen darauf hin, dass dies eine Reaktion auf externe Ereignisse wie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist, auf die die Türkei keinen Einfluss hat.

Allerdings wirken sich demnach auch die angespannte Sicherheitslage und die politischen Turbulenzen seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli negativ auf die türkische Konjunktur aus, da die internen Spannungen ausländische Investoren abschrecken und auch viele Türken beunruhigen.

Wegen der schwächelnden Wirtschaft kündigte Ministerpräsident Binali Yildirim am Donnerstag eine Reihe von Maßnahmen an, um die Konjunktur zu stärken.

apa/dpa

stol