Mittwoch, 29. November 2017

Erdogan will Oppositionschef wegen Vorwurf der Steuerflucht verklagen

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Vorwürfe der Steuerflucht zurückgewiesen und rechtliche Schritte gegen den Oppositionsführer angekündigt. Es handle sich um „Lügen“, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan - Foto: © LaPresse

„Es gibt keinen einzigen Cent der, so wie behauptet wurde, ins Ausland geflossen ist“, sagte Erdogan. Er werde den Chef der größten Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, verklagen.

Kilicdaroglu hatte am Vortag Verwandten Erdogans vorgeworfen, Millionen Dollar an eine Firma in der Steueroase Isle of Man, die der britischen Krone unterstellt ist, überwiesen zu haben. Er berief sich auf Dokumente, die angeblich Überweisungen unter anderem von Erdogans Sohn und Bruder zwischen Dezember 2011 und Jänner 2012 belegen sollen.

Kilicdaroglu forderte Erdogans Rücktritt. Am Mittwoch beantragte die CHP zudem einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um „die Öffentlichkeit aufzuklären“.

Erdogan sagte am Mittwoch weiter an die Adresse Kilicdaroglus: „Beweise es und sobald Du es bewiesen hast, trete ich von der Präsidentschaft zurück. Ich ziehe mich aus der Politik zurück.“ Kilicdaroglu solle aufhören, „eine Plage für das Volk zu sein“.

apa/dpa

stol