Samstag, 29. September 2018

Erdogan wirft Deutschland Terroristen-Unterstützung vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland beim Staatsbankett in Berlin erneut die Unterstützung von „Terroristen” vorgeworfen. Nachdem sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die Freilassung von inhaftierten deutschen Staatsangehörigen stark gemacht hatte, sei Erdogan gegen Ende von seiner sehr versöhnlich gehaltenen Tischrede abgewichen, hieß es.

Der türkische Präsident Erdogan erhob bei seinem Deutschlandbesuch schwere Vorwürfe gegen die Regierung. - Foto: APA (AFP)
Der türkische Präsident Erdogan erhob bei seinem Deutschlandbesuch schwere Vorwürfe gegen die Regierung. - Foto: APA (AFP)

Ohne den Namen des nach Deutschland geflohenen Journalisten Can Dündar zu erwähnen, habe Erdogan mehrmals auf „den Fall” verwiesen. Er habe beklagt, dass die Bundesrepublik Personen aufnehme und nicht ausliefere, die in der Türkei als Terroristen verfolgt würden. Diesen Vorwurf hatte er bereits in der Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am Nachmittag erhoben.

Sowohl Merkel als auch Steinmeier hatten dagegen einen Kurswechsel der restriktiven türkischen Politik sowie die Freilassung von Inhaftierten gefordert.

Die türkische Regierung ist seit dem gescheiterten Putsch 2016 systematisch gegen regierungskritische Journalisten vorgegangen. „Ich hoffe, Herr Präsident, Sie verstehen, dass wir darüber nicht zur Tagesordnung übergehen”, sagte Steinmeier in seiner Tischrede.

apa/ag.

stol