Donnerstag, 19. Juli 2018

Eritrea zieht Truppen von äthiopischer Grenze ab

Die beiden ostafrikanischen Länder Eritrea und Äthiopien treiben ihre Entspannungspolitik voran. Eritrea zog staatlichen Medienberichten zufolge Truppen von der Grenze des früheren Erzfeindes ab. Dies sei eine „Geste der Versöhnung“, hieß es am Donnerstag in einem Facebook-Bericht der Äthiopischen Presseagentur.

Die beiden ostafrikanischen Länder Eritrea und Äthiopien treiben ihre Entspannungspolitik voran. (Im Bild: Addis Abeba, Hauptstadt Äthiopiens)
Die beiden ostafrikanischen Länder Eritrea und Äthiopien treiben ihre Entspannungspolitik voran. (Im Bild: Addis Abeba, Hauptstadt Äthiopiens) - Foto: © shutterstock

Äthiopien wiederum ernannte erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder einen Botschafter für das Nachbarland, wie die staatsnahe Agentur Fana meldete. Zuvor hatte bereits Eritrea seine Botschaft in Addis Abeba wieder eröffnet. Anfang des Monats hatten beide Seiten eine „gemeinsame Erklärung für Frieden und Freundschaft“ unterzeichnet. Mit ihr soll ein Konflikt beendet werden, der 1998 mit einem Grenzkrieg ausgebrochen war. In dem Krieg wurden rund 80.000 Menschen getötet.

Direktflüge

Zum ersten Mal seit 20 Jahren gibt es wieder Direktflüge zwischen Äthiopien und Eritrea. Am Mittwoch landete eine Maschine der Ethiopian Airlines in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea. Erst vor gut einer Woche hatten die beiden ostafrikanischen Staaten eine Friedenserklärung unterzeichnet und damit ihren Grenzkrieg offiziell beendet.

Im Flugzeug saßen neben offiziellen Gästen auch viele, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Familienmitgliedern und Freunden hatten. "Es hat 22 Jahre gedauert, wegen der Kämpfe zwischen Äthiopien und Eritrea. Wir hatten nicht mal eine Adresse, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben. Seit es jetzt Frieden gibt, bin ich gekommen, um nach Angehörigen zu suchen. Und ich plane, neben meinem Geschäft in Addis nun ein Tochterunternehmen in Asmara zu eröffnen."

Annäherung war langer Weg

Eritrea gilt als eines der isoliertesten und repressivsten Länder der Welt. Der lange Militärdienst ist eine der Ursachen für die Flucht Hunderttausender junger Menschen. Die Annäherung wurde möglich durch den Amtsantritt des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed im April. Dieser hat Reformen und die Öffnung seines Landes angekündigt.

apa/reuters

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stol