Montag, 18. Juli 2016

Ermittler: Der Anschlag in Nizza war genau vorbereitet

Nach dem Attentat von Nizza mit mindestens 84 Toten sucht die französische Polizei nun nach möglichen Hintermännern der Tat.

Foto: © LaPresse

Am Sonntagabend saßen sieben Personen aus dem Umfeld des 31-jährigen Tunesiers Mohamed Lahouaiej-Bouhlel in Polizeigewahrsam, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete.

Mehr als 200 Ermittler werteten den SMS-Verkehr des Mannes aus, der am Donnerstagabend in der südfranzösischen Stadt mit einem Kühllastwagen in eine Menschenmenge gerast war und von der Polizei am Steuer erschossen wurde. Die Zahl der Toten könnte indes noch steigen. Denn am Sonntag schwebten immer noch 18 der mehr als 300 Verletzten in Lebensgefahr.

Tat war sorgfältig geplant

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Lieferwagenfahrer die Bluttat an der Cote d'Azur sorgfältig geplant. Den Miet-Truck, den er als Mordinstrument verwendete, habe er bereits am 4. Juli reserviert und am 11. Juli abgeholt, meldete AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Am Dienstag und Mittwoch (12. und 13. Juli) habe er den Tatort erkundet.

Unter den Festgenommenen ist laut AFP auch ein albanisches Ehepaar. Der Mann soll dem Tunesier eine Pistole Kaliber 7.65 besorgt haben, mit der dieser auf Polizisten schoss, bevor diese ihn erschossen. In einer kurz vor der Tat am Abend des französischen Nationalfeiertags verschickten SMS soll er weitere Waffen verlangt haben.

Heute landesweit Schweigeminute

Am Sonntagabend nahmen mehr als 1.000 Menschen in Paris an einem Gedenkgottesdienst in der Kathedrale Notre-Dame teil. Am Montagvormittag (9.00 Uhr) kommt Frankreichs Präsident Francois Hollande in Paris zu Beratungen mit seinem Sicherheitskabinett zusammen. Um 12.00 Uhr ist eine landesweite Schweigeminute geplant.

Der französische Premierminister Manuel Valls warnte, dass der Terrorismus für lange Zeit den Alltag des Landes bestimmen werde. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) wolle die westlichen Demokratien zerstören, sagte er in einem Interview der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“.

apa/dpa

stol