Mittwoch, 15. August 2018

Ermittlungen zu mutmaßlichem Anschlag in London

Nach der schnellen Festnahme des Terrorverdächtigen von London versuchen die britischen Terrorspezialisten nun, die Hintergründe des mutmaßlichen Anschlags vor dem Londoner Parlament aufzuklären. Ein 29-jähriger Brite mit Migrationshintergrund war am Dienstag mit seinem Auto in Fußgänger und Radfahrer gefahren. 3 Personen erlitten Verletzungen.

3 Personen wurden bei dem Attentat verletzt. - Foto: APA (AFP)
3 Personen wurden bei dem Attentat verletzt. - Foto: APA (AFP)

Der Fahrer wurde noch am Tatort aus seinem Auto heraus festgenommen. Er schweigt zu seinem Verhalten. Die Ermittler durchsuchten am Abend 2 Wohnungen in Birmingham und eine in Nottingham. In der Wohnung in Nottingham sollen Nachbarn zufolge gebürtige Sudanesen leben. Auch das Tatfahrzeug soll in Nottingham zugelassen sein.

Der Fahrer kommt britischen Medienberichten zufolge aus dem Raum Birmingham. Die Ermittler gehen davon aus, dass er am späten Montagabend von Birmingham nach London gefahren ist.

Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie der silberfarbene Ford Fiesta eine Verkehrsinsel und die Gegenfahrbahn überquert, bevor er in die Absperrung vor dem Parlament rast. Eine weitere Aufnahme zeigt, wie Polizisten den Fahrer aus dem demolierten Auto zerren.

Parlament seit 2017 gesichert

Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig. Eine Augenzeugin bezeichnete es als Wunder, dass es nicht noch mehr Verletzte oder gar Tote gegeben habe. „Die Leute stürzten überall hin”, sagte die 31-Jährige der Nachrichtenagentur PA. Eine andere Frau berichtete, dass der Täter nach seiner Horrorfahrt ausdruckslos gewirkt habe.

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, 4 Passanten starben. Der Mann erstach zudem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

London war bereits mehrmals Ziel terroristischer Attacken. Zuletzt wurden im September 2017 insgesamt 30 Menschen verletzt, als im Berufsverkehr in einer U-Bahn-Station eine selbstgebaute Bombe hochging.

apa/dpa

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stol