Mittwoch, 07. Februar 2018

Erneut 23 Zivilisten bei Luftangriffen nahe Damaskus getötet

Bei anhaltenden Luftangriffen der syrischen Armee auf ein Rebellengebiet bei Damaskus sind nach Angaben von Beobachtern mindestens 23 Zivilisten, darunter 5 Kinder, getötet worden. Die Angriffe hätten mehrere Wohngebiete in Ost-Ghouta getroffen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit.

Nach Angaben von Beobachtern sind nahe Damaskus mindestens 23 Zivilisten, darunter 5 Kinder, getötet worden.
Nach Angaben von Beobachtern sind nahe Damaskus mindestens 23 Zivilisten, darunter 5 Kinder, getötet worden. - Foto: © shutterstock

Seit Ende vergangenen Jahres seien demnach mindestens 390 Zivilisten durch Luftangriffe oder Artilleriebeschuss in dem abgeschnittenen Rebellengebiet getötet worden. Die Angriffe hatten sich in den vergangenen Tagen noch einmal dramatisch intensiviert. Im Gegenzug hätten Rebellen den von der Regierung kontrollierten Stadtteil Jaramana südlich der Altstadt von Damaskus unter Beschuss genommen und dabei ein Kind getötet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Ost-Ghouta von Regierungsgruppen eingeschlossen

Ost-Ghouta grenzt an die syrische Hauptstadt Damaskus und ist seit Jahren heftig umkämpft. Das Rebellengebiet ist vollständig von Regierungstruppen eingeschlossen. Nach UNO-Schätzungen sind rund 400.000 Menschen weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen der Blockade mangelt es akut an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. Das UNO-Forschungsinstitut Unitar zeigte in einer aktuellen Satellitenanalyse mehrerer an der Frontlinie gelegener Stadtteile, dass allein in diesem Gebiet rund 8.000 „Strukturen“, darunter größtenteils Gebäude, zerstört oder heftig beschädigt wurden.

Ost-Ghouta und die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gehören zu den letzten Gebieten, die von den Rebellen kontrolliert werden. In den vergangenen Wochen war die Gewalt dort eskaliert. Beobachter warnen vor einer humanitären Katastrophe.

apa/dpa/reuters

stol