Samstag, 03. Dezember 2016

Erneut Massenproteste gegen Südkoreas Präsidentin

Die Proteste gegen Südkoreas politisch schwer angeschlagene Präsidentin Park Geun-hye reißen trotz ihres bedingten Rücktrittsangebots nicht ab. Hintergrund ist eine Korruptionsaffäre um eine langjährige Freundin Parks.

Bei den sechsten Massenprotesten innerhalb von sechs Wochen forderten am Samstag in Seoul erneut Hunderttausende Südkoreaner den sofortigen Rücktritt der konservativen Staatschefin.
Bei den sechsten Massenprotesten innerhalb von sechs Wochen forderten am Samstag in Seoul erneut Hunderttausende Südkoreaner den sofortigen Rücktritt der konservativen Staatschefin. - Foto: © APA/AFP

Bei den sechsten Massenprotesten innerhalb von sechs Wochen forderten am Samstag in Seoul erneut Hunderttausende Südkoreaner den sofortigen Rücktritt der konservativen Staatschefin. Die Veranstalter erwarteten erneut über eine Million Teilnehmer. Zum ersten Mal kamen die Demonstranten bis auf 100 Meter an den von der Polizei abgeschirmten Präsidentenpalast im Zentrum der Hauptstadt heran, wie südkoreanische TV-Sender berichteten.

Opposition fordert Amtsenthebung

Nur wenige Stunden vor den neuen Protesten hatte die Opposition ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin im Parlament beantragt. Die Abstimmung über den Antrag soll am nächsten Freitag stattfinden. Park hatte sich am Dienstag grundsätzlich zum Rücktritt bereiterklärt, diesen jedoch von einer Einigung der Partien auf einen geordneten Machtübergang abhängig gemacht. Darauf ging die Opposition aber nicht ein. Parks Vertraute Choi Soon-sil soll dank ihrer Beziehung zur Präsidentin Sponsorengelder für zwei Stiftungen eingetrieben und sich persönlich dabei bereichert haben. Choi soll sich zudem ohne öffentliches Amt in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben.

apa/dpa

stol