Was aber, wenn ich Ihnen sage, dass diesem Gefühl mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gedanke vorausgegangen ist?<BR /><BR /><b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Gefühle machen etwas mit uns. Dieser Satz ist so logisch und einleuchtend, dass es fast schon skurril anmutet, ihn zu schreiben. Je nachdem, in welchem emotionalen Zustand wir uns gerade befinden, handeln oder entscheiden wir anders. <BR /><BR />Sind wir gut gelaunt und voller Begeisterung, so ist beispielsweise eher die Bereitschaft da, etwas zu riskieren, als in einer melancholischen Phase. Wenn es uns schlecht geht, neigen wir schließlich nicht selten dazu, Horrorszenarien eine Bühne zu geben, die wir an guten Tagen viel realistischer einordnen oder sogar ausblenden können. <BR /><BR />Um völlig klar in unserem Verhalten zu sein, müsste es uns also gelingen, die Kontrolle über unsere Gefühle zu übernehmen. Und das ist in vielen Fällen schlicht und einfach unmöglich, müssten wir dafür doch das gesamte Leben und all die positiven und negativen Ereignisse steuern, die es mit sich bringt, oder?<h3> Die Macht der eigenen Gedanken</h3>Jein. Denn anders als es oft scheint, ist nicht das, was um uns herum passiert, verantwortlich für unsere Emotionen, sondern das, was in uns vor sich geht. Oder anders gesagt: Jedem Gefühl, das wir wahrnehmen, geht ein Gedanke voraus, der dafür sorgt, dass es überhaupt erst entstehen kann. <BR /><BR />Dieser kann bewusst gedacht werden oder – und das ist noch weit wahrscheinlicher – innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde kaum merkbar aus dem Unterbewusstsein heraufkatapultiert werden. Im wahrsten Sinne des Wortes blitzschnell schießt besagter Gedanke dann in Form eines elektrischen Impulses durch unzählige Neuronen in unserem Gehirn und veranlasst dabei die Bildung dazu passender Botenstoffe, welche in den Körper hinaustransportiert werden und bewirken, dass das entsprechende Gefühl entsteht. <BR /><BR />Und schon sind wir mittendrin in einem sich immer weiterdrehenden Kreis. Beeinflusst von der Emotion, fassen wir neue, dazu passende Gedanken, die das vorherrschende Gefühl weiter verstärken, sodass es ausstrahlt. <h3> Ein klitzekleiner Gedanke mit großer Wirkung</h3>Kehren wir deshalb noch einmal zum eingangs geschilderten Szenario zurück. Sie sind der festen Überzeugung, Ihre Intuition habe Sie bei besagter Entscheidung geleitet. Vielleicht hat Ihnen ein leichtes Unwohlsein signalisiert, dass Sie sich auf ein Angebot besser nicht einlassen sollten. <BR /><BR />Dieses mulmige Gefühl jedoch kam nicht von ungefähr, sondern wurde von einem klitzekleinen Gedanken ausgelöst, der wiederum das Ergebnis abgespeicherter Erlebnisse, innerer Überzeugungen und gefestigter Muster ist. Im Positiven wie im Negativen. Denn nicht alle davon sind schlecht. Im Gegenteil. Vielleicht haben sie Sie im exemplarisch dargelegten Fall sogar davon abgehalten, einen schlimmen Fehler zu machen. Wer weiß. <BR /><BR />Wichtig ist nur, dass wir erkennen, wie sehr uns unser Unterbewusstsein beeinflusst – und wie viel sich verändern kann, wenn wir beginnen, genauer hinzusehen. Wie, das besprechen wir in der nächsten Woche. <h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.