Donnerstag, 03. September 2015

Erster Zug verlässt Budapest in Richtung Österreich

Nach dem Rückzug der ungarischen Polizei ist am Budapester Ostbahnhof der erste Zug mit Flüchtlingen in Richtung österreichische Grenze gefahren.

Zahlreiche Flüchtlinge stürmen in den Zug in Richtung Österreich.
Zahlreiche Flüchtlinge stürmen in den Zug in Richtung Österreich. - Foto: © APA/EPA

Am Donnerstagvormittag fuhr der erste von zwei angekündigten Zügen ab, Ziel war die ungarische Grenzstadt Sopron. Polizeibeamte waren am Gleis und bewachten den Zug. Auf dem Bahnsteig warteten nach wie vor viele Flüchtlinge auf eine Weiterreise Richtung Westen.

Ein zweiter Zug nach Sopron war angekündigt, stand aber zunächst noch nicht am Gleis. Die ungarische Eisenbahngesellschaft MAV erklärte am Vormittag, es gebe keine direkten Züge von Budapest nach Westeuropa.
Der ungarische Regierungschef Viktor Orban bezeichnete den Zustrom von Flüchtlingen als „deutsches Problem“.

Nach einem Gespräch mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte er in Brüssel, es dürfe kein Flüchtling ausreisen, ohne dass er vorher registriert worden sei.

Es wird von Bahnreisen nach Ungarn abgeraten

Am Donnerstagvormittag fuhren auch keine Züge von Österreich direkt in die ungarische Hauptstadt. Es werde generell von Bahnreisen nach Ungarn abgeraten, teilte die österreichische Bundesbahn (ÖBB) am Donnerstag mit. Betroffene können sich ihre Tickets erstatten lassen.

Die tschechische Eisenbahn CD teilte mit, dass die internationalen Eurocity-Zugverbindungen von Berlin über Prag nach Budapest seit Donnerstagvormittag im ungarischen Grenzbahnhof Szob beginnen oder enden. In Szob müssten die Reisenden in Regionalzüge umsteigen.

Der Budapester Ostbahnhof war seit Dienstag für Flüchtlinge gesperrt. Nachdem die Polizei die Kontrollen am Montag aufgegeben hatte, hatten mehrere tausend Flüchtlinge die Züge gestürmt und waren nach Wien und München weitergereist. Am Dienstag hatten die ungarischen Behörden den Bahnhof dann geräumt. Seither ließen sie keine Migranten mehr in das Gebäude.

dpa

stol