Dienstag, 21. Juli 2020

Erstes Kind nach 8 Jahren: Italiens kleinstes Dorf im Babyglück

Morterone, die kleinste Gemeinde Italiens, hat endlich Nachwuchs bekommen. Das auf 1.000 Meter Höhe gelegene Dorf zu Füßen des Berges Resegone in der lombardischen Provinz Lecco zählt nur 28 Einwohner und feiert jetzt die Geburt des ersten Kindes nach acht Jahren, nachdem in den vergangenen Monaten zwei Senioren am Covid-19 gestorben sind.

Die Freude über die Geburt von Denis ist rießig.
Die Freude über die Geburt von Denis ist rießig. - Foto: © Gemeinde Morterone
Denis heißt der Bub, der als 29. Einwohner der Gemeinde eingetragen wurde. Seine 21-jährige Mutter Sara Invernizzi brachte ihn am Sonntag in der Stadt Lecco am Comer See zur Welt. Das letzte Kind, das im Standesamt der Gemeinde Morterones eingetragen wurde, war 2012 zur Welt gekommen. Sara Invernizzi arbeitet im Wirtshaus des Dorfes, wo sich Einwohner und Touristen treffen. Der Vater des Neugeborenen ist der 32-jährige Matteo Maglia.

Die Geburt des Buben wird als Zeichen der Hoffnung und des Neustarts für die Gemeinde betrachtet, die während der Coronavirus-Pandemie schwer gelitten hat. Zwei Senioren kamen am Covid-19 ums Leben. Hinzu hat die Gemeinde den Touristenrückgang stark zu spüren bekommen.


Morterone hat weder ein Café noch eine Schule. Kein Bus führt zu dieser Gemeinde, die zum Symbol der aussterbenden Bergdörfer in Italien geworden ist. Das Problem dieser Dörfer betrifft Nord- und Süditalien gleichermaßen. Circa 1.500 der 8.000 Gemeinden in Italien sind vom Aussterben bedroht. Belastet sind unter anderem von hoher Arbeitslosigkeit, schlechten Verkehrswegen und Mangel an Landwirtschaft.

apa/ansa/stol