Samstag, 10. März 2018

Erzbischof von Palermo entschuldigt sich für Schweigen zur Mafia

Der Erzbischof von Palermo, Corrado Lorefice, hat Versäumnisse der römisch-katholischen Kirche im Umgang mit der Mafia eingeräumt.

Der Erzbischof von Palermo betonte, dass sich die Haltung der Kirche in den vergangenen Jahren geändert habe.
Der Erzbischof von Palermo betonte, dass sich die Haltung der Kirche in den vergangenen Jahren geändert habe. - Foto: © shutterstock

Die Kirche müsse um Entschuldigung bitten, weil sie Werte des Evangeliums lediglich gepredigt, aber gegenüber dem Organisierten Verbrechen nicht praktiziert habe, sagte Lorefice laut der Zeitung „Giornale di Sicilia“ am Freitag, wie Kathpress berichtet.

Zugleich betonte er bei einer Veranstaltung in Palermo, die Haltung der Kirche habe sich in den vergangenen Jahren geändert.

Lorefice erinnert an von der Mafia ermordete Priester

Lorefice verwies auf die von der Mafia ermordeten Priester Pino Puglisi und Giuseppe Diana sowie den Staatsanwalt und überzeugten Katholiken Rosario Livatino, der ebenfalls Opfer eines Anschlags wurde. Durch sie habe er gelernt, dass eine „freie und befreiende Kirche eine Kirche ist, die nicht Rückhalt und Privilegien bei der führenden Klasse sucht“, so der Erzbischof.

Der Historiker Rosario Mangiameli sagte, das frühere Schweigen von Teilen der Kirche gegenüber der Mafia werde oft mit Angst vor dem Kommunismus begründet. Von einer Schwächung der mafiösen Kräfte hätte die Kirche demnach eine Stärkung der atheistischen Doktrin befürchtet, so der Wissenschafter der Universität Catania.

apa

stol