Donnerstag, 14. Mai 2020

Hotel Therme Meran: 2 Bienenvölker auf dem Dach

Das Hotel Therme Meran wird in Zukunft nicht nur Gäste aus aller Welt beherbergen. Seit Anfang März leben außerdem 2 Bienenvölker auf dem Dach des Hotels. Im Interview mit Hoteldirektor Rudi Theiner hat STOL nachgefragt, was es mit diesem besonderen Projekt auf sich hat.

Inmitten der mediterranen Pflanzen auf dem Dach des Hotel Therme Meran haben die Bienen ein ideales Zuhause gefunden.
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Inmitten der mediterranen Pflanzen auf dem Dach des Hotel Therme Meran haben die Bienen ein ideales Zuhause gefunden. - Foto: © Hotel Therme Meran
Wer sich in Zukunft im mediterranen Outdoorbereich des Hotels Therme Meran sonnt oder einen Cocktail genießt, wird das leise Summen der Bienen in den Ohren haben. Ende März hat das Hotel nämlich 2 Bienenvölker auf seinem Dach angesiedelt.

Im Interview mit STOL erklärt Hoteldirektor Rudi Theiner, wie es zu dieser ausgefallenen Idee kam und wie sie umgesetzt wurde.

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STOL: Herr Theiner, wie kam dieses ausgefallene Projekt zustande?

Rudi Theiner: „Im vergangenen Sommer haben wir in der Nähe unseres Bistros ein Bienenvolk entdeckt, das entfernt werden musste. Bei der Gelegenheit haben wir den Imker Michael Hafner von „Apsisaurum“ kennengelernt, der uns von diesem Projekt erzählt hat, bei dem er Bienenvölker in Hotelanlagen ansiedelt. Die Inhaberin des Hotels Plantitscherhof in Obermais Margit Gufler, die selbst auch Imkerin ist, hatte dieses Projekt zuvor ins Leben gerufen. Wir waren sofort begeistert und wollten auch dabei sein. Außerdem war es uns wichtig einen Beitrag für den Schutz der Biene, einem sehr wertvollen Insekt für unsere gesamte Pflanzenwelt, zu leisten. Nach einem ersten lokal Lokalaugenschein durch den Imker war klar, dass sich unser Outdoorbereich auf dem Dach ausgezeichnet für dieses Vorhaben eignet und dann ging es darum, die Idee umzusetzen…“



STOL: Welche Vorkehrungen wurden getroffen, um die Bienen anzusiedeln?

Theiner: „Wir profitieren davon, dass der Outdoorbereich auf dem Dach des Hotels reichhaltig mit mediterranen Pflanzen bepflanzt ist – ein idealer Lebensraum für die Bienen. Dort wurden in einer Ecke die Bienenstöcke aufgebaut. Der Imker hat dann Ende März die Bienenkönigin und erste Arbeiterbienen angesiedelt, die sich nun dort vermehren können und auch schon begonnen haben, von Pflanze zu Pflanze zu fliegen und Nektar zu sammeln. Die Bienen vermehren sich schnell und wir gehen davon aus, dass im Hochsommer ungefähr 20.000 bis– 60.000 Bienen in einem Bienenvolk leben werden – wir haben 2 Völker auf unserem Dach.“

STOL: Das klingt nach einer ganz schönen Menge. Wie werden die Tiere denn weiter versorgt?

Theiner: „Der Imker kommt nun ungefähr einmal in der Woche vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. 2 mal Mal im Jahr wird dann Honig produziert. Wir rechnen mit 15 bis 30 Kilogramm pro Bienenvolk. Erste Proben haben bereits gezeigt, dass sich in der Stadt sehr hochwertiger Honig produzieren lässt. In ländlichen Gebieten werden häufiger Spritzmittel für die Landwirtschaft eingesetzt. In der Stadt hingegen bleiben die meisten Gärten unbehandelt, was sich in der Honigqualität widerspiegelt. Das freut uns natürlich umso mehr, weil wir damit noch einmal mehr die Wichtigkeit und Qualität von nachhaltigen und lokalen Produkten unterstreichen können.“

STOL: Nun sind ja nicht alle Menschen „Bienenfreunde“. Viele fürchten sich vor Stichen, manche sind allergisch und ein Stich kann schnell mit einem Krankenhausaufenthalt enden. Haben Sie keine Bedenken, dass die Bienen Ihre Gäste stören könnten?

Theiner: „Es ist klar, dass Bienen für einige Menschen abschreckend sein können. Wir haben aber aus diesem Grund wir versucht, Bienen und Gäste so weit als möglich räumlich zu trennen. Die Bienenstöcke befinden sich in einer Ecke auf dem Dach und der Imker verrichtet seine Arbeit immer morgens, wenn sich noch keine Gäste im Outdoorbereich aufhalten. Außerdem hat uns der Imker versichert, dass Bienen sehr friedliche Tiere sind, die nur dann zustechen, wenn sie bedroht werden. Auch unser Barmann hatte am Anfang Bedenken, dass die Bienen von den süßen Cocktails angezogen werden könnten. Wir haben einen Test gemacht und Gläser mit Cola auf dem Dach platziert – die wurden von den Bienen kaum beachtet. Sie haben ein so reichhaltiges Nahrungsangebot mit all den Pflanzen auf dem Dach und in der Umgebung des Hotels, dass sie sich nicht für die Getränke interessieren.“

STOL: Wird der Honig dann im Hotel Therme Meran zum Frühstück gereicht?

Theiner: „Genau, den selbstgemachten Honig können wir nun voller Stolz unseren Gästen zum Frühstück servieren. Wir pflanzen auch selbst Zitronen an und stellen einen eigenen Limoncello her, da freut es uns sehr, die Palette an hauseigenen Produkten noch erweitern zu können.“



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