Der EU-Gipfel ist mit seinem Paket für Brüsseler Spitzenposten gescheitert.Die Staats- und Regierungschefs wollen sich nun bei einem weiteren Sondertreffen am 30. August auf einen neuen Außenbeauftragten und einen neuen Ratspräsidenten einigen. Das kündigte Gipfelchef Herman Van Rompuy am frühen Donnerstagmorgen in Brüssel an.„Wir waren noch nicht an einem Punkt, an dem eine Konsens-Lösung für das gesamte Paket der Nominierungen möglich war“, bilanzierte der Belgier, dessen Mandat Ende November ausläuft.Der Gipfel einigte sich hingegen darauf, in der Ukraine-Krise den Druck auf Moskau zu erhöhen und nun auch verstärkt Unternehmen zu bestrafen.Renzi setzt auf MogheriniPremier Matteo Renzi wollte Außenministerin Federica Mogherini als Nachfolgerin von EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton durchdrücken. „Ich habe keinen Widerstand gegen Mogherini gesehen“, meinte Renzi.Kritiker aus Osteuropa halten der seit Februar in Rom amtierenden Mogherini allerdings mangelnde Erfahrung und eine zu russlandfreundliche Haltung vor. Renzi äußerte deutliche Kritik am Gipfelmanagement: „Sie haben uns hierherkommen lassen für eine Einigung, die es dann nicht gegeben hat.“„Überhaupt nicht dramatisch“Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, es sei wichtig gewesen, bei dem Spitzentreffen eine erste Diskussion zu haben. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir dann auch zu Entscheidungen kommen“, betonte sie mit Blick auf den neuen Termin Ende August.„Es ist ein bisschen unglücklich, aber nicht dramatisch, überhaupt nicht dramatisch“, meinte Van Rompuy zu den Gipfelberatungen.dpa