Montag, 20. April 2015

EU-Krisengipfel zu Flüchtlingen am Donnerstag

Nach den jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer kommen die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag zu einem Krisengipfel in Brüssel zusammen.

Foto: © APA/EPA

EU-Ratspräsident Donald Tusk berief das Spitzentreffen am Montag ein, wie er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bekanntgab.

Er kam damit einer Forderung von Italiens Regierungschef Matteo Renzi und des britischen Premiers David Cameron sowie mehrerer ihrer Kollegen nach.

Am Sonntag waren bis zu 950 Menschen vor der libyschen Küste ertrunken, als sie versuchten, nach Italien zu gelangen. Es war vermutlich die bisher schlimmste Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, doch gingen ihr viele Unglücke voraus, bei denen ebenfalls hunderte Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Am Montag lief nach Angaben der griechischen Küstenwache vor der Insel Rhodos ein Segelboot mit Dutzenden Flüchtlingen an Bord auf Grund. Mindestens drei Insassen, darunter ein Kind, seien ertrunken. Mehr als 90 Flüchtlinge hätten gerettet werden können.

Italien erwägt Angriffe gegen die Schlepper in Libyen. „Attacken gegen die Banden des Todes, Attacken gegen Menschenschmuggler gehören zu den Überlegungen“, sagte Ministerpräsident Renzi am Montag in Rom.

Außenminister Paolo Gentiloni sagte, bei der Flüchtlingsfrage gehe es um das Ansehen der EU. Sein Land könne aber nicht die Last allein tragen: „Wir können keine europäische Notsituation und eine italienische Antwort darauf haben.“

apa/afp/reuters

stol