Dienstag, 15. Dezember 2015

EU rügt Italien wegen Hotspots

Die Errichtung von Hotspots zur Registrierung von Flüchtlingen geht in Italien langsamer als befürchtet voran und die EU-Kommission klopft Rom auf die Finger. Bisher sei nur eine der sechs ursprünglich geplanten Registrierungsstellen in Betrieb und zwar auf der Insel Lampedusa, hieß es am Dienstag in Brüssel.

Foto: © shutterstock

Die EU-Kommission erwarte, dass zwei weitere Hotspots – in Pozzallo und Porto Empedocle aus Sizilien – eröffnet würden, verlautete es aus Brüssel. Ziel sei es, mit der Erstregistrierung zu vermeiden, dass Flüchtlinge unkontrolliert in andere EU-Länder weiter ziehen. Unterstützt sollen solche Hotspots von der EU-Grenzschutzagentur Frontex, der EU-Flüchtlingsunterstützungsbehörde EASO sowie Europol werden.

Italien erwiderte, dass die von der EU geplante Umverteilung von in Italien aufhältigen Flüchtlingen auf andere EU-Staaten nur schleppend vorankommt. „Die Umsetzung der EU-Abkommen in puncto Flüchtlinge schreitet nicht so voran, wie wir das gern hätten“, sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano.

Er beschwerte sich wegen der Rüge aus Brüssel. Wegen seines Einsatzes im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik erwarte sich Italien Dank von der EU-Kommission.

Während über die sogenannte Balkanroute in diesem Jahr 22 Mal mehr Flüchtlinge als im Vorjahr unterwegs waren, kommen immer weniger Menschen über die Mittelmeerroute nach Italien. Von Jahresbeginn bis Ende November erreichten 144.000 Menschen per Schiff Italien, das sind um zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Dienstag mitteilte. 2014 hatten insgesamt 170.000 Flüchtlinge Italien erreicht

apa

stol