Erstmals seit Ende des Kalten Krieges vor 25 Jahren hat die Europäische Union einschneidende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen.Die Botschafter der 28 Mitgliedstaaten bei der EU einigten sich am Dienstag in Brüssel auf ein Paket von Strafmaßnahmen, in dem Beschränkungen im Finanzbereich im Mittelpunkt stehen. Mit den Sanktionen soll Russlands Präsident Wladimir Putin dazu gebracht werden, die Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu beenden.Die Absturzstelle des dort mutmaßlich abgeschossenen Passagierflugzeugs konnte den dritten Tag in Folge nicht von internationalen Experten inspiziert werden. Grund waren anhaltend heftige Kämpfe in der Region.Erschwerter Zugang zu EU-FinanzmärktenDie von der EU beschlossenen Sanktionen packen Russland an empfindlicher Stelle. Dazu gehören eine erschwerter Zugang zu den EU-Finanzmärkten für russische Banken, ein Verbot von künftigen Rüstungslieferungen, ein Exportverbot für bestimmte Hochtechnologiegüter an das russische Militär und Ausfuhrverbote für Spezialtechnik zur Ölförderung, wie Diplomaten sagten.Als Kernstück gelten die Beschränkungen im Finanzbereich: Sie werden russischen Banken den Handel mit Anleihen in der EU verbieten und damit die Finanzierung der ohnehin angeschlagenen russischen Wirtschaft erschweren.Dem Land machen die von EU und USA bereits verhängten Strafmaßnahmen zu schaffen. Ihrerseits muss die EU eine Flucht russischen Kapitals vom Finanzplatz London befürchten. In der Öltechnikbranche wie im Russlandhandel drohen Arbeitsplätze in Europa verloren zu gehen.dpa