Mehrere EU-Außenminister betonten am Montag in Brüssel, Bern könne im Verhältnis zur EU „keine Rosinenpickerei“ betreiben.Die Schweizer hatten sich am Sonntag in einer Volksabstimmung mit sehr knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, die Zuwanderung von Ausländern generell, also auch aus der EU, zu begrenzen.Die Regierung in Bern muss laut Verfassung binnen drei Jahren das Anliegen umsetzen.Frankreich: „Werden Beziehungen überdenken“Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartete dabei große Probleme. Es sei nun an der Schweiz, auf die Europäische Union zuzugehen und ihr darzulegen, wie sie mit dem Ergebnis umgehen wolle.Frankreichs Außenminister Laurent Fabius meinte: „Wir werden die Beziehungen zur Schweiz überdenken.“„Das wird Konsequenzen haben, das ist deutlich“, sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn. Er betonte, dass die EU der Schweiz als Gegenleistung für die Freizügigkeit einen privilegierten Zugang zum Binnenmarkt angeboten habe. „Wenn das eine fällt, fällt natürlich auch das andere“, so Asselborn. Die Schweiz gefährde das gesamte Vertragswerk mit der EU, zeigte sich auch Kurz besorgt.Verständnis von CameronGroßbritanniens Premier David Cameron hingegen signalisierte Verständnis für das Votum der Eidgenossen, die sich am Sonntag mit sehr knapper Mehrheit (50,3 Prozent) für die Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern ausgesprochen hatten.Das Abstimmungsergebnis zeige „die wachsende Sorge“ über die Folgen der Personenfreizügigkeit in Europa, erklärte ein Sprecher.apa/dpa/sda/reuters/afp