Dienstag, 14. Mai 2019

„Europa ist ein Generationsprojekt“

Geopolitische Veränderungen und deren Auswirkungen aus Sicht der Südtiroler Wirtschaft

Business Frühstück im Bildungshaus Lichtenburg in Nals
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Business Frühstück im Bildungshaus Lichtenburg in Nals

Das Bildungshaus Lichtenburg ist seinem Motto „Begegnung & Bildung“ einmal mehr gerecht geworden. Auf Einladung der Lichtenburg und der Südtiroler Wirtschaftszeitung diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Tourismus und Medienexperten mit dem Brüsseler EU-Korrespondenten für die Zeitschrift „Die ZEIT“ Ulrich Ladurner. Thema des Business Frühstück waren einmal mehr die geopolitische Rolle der Europäischen Union im Zeichen des Brexits, die Rolle Chinas und Russland in diesem Kontext und Trumps „America First“ - Politik.

„Europa ist ein Generationsprojekt“, sagt Ulrich Ladurner. Wir haben viel für Europa erreicht, wir haben aber auch viel zu verlieren, so Ladurner. Deshalb sollten alle EU Bürger zur Wahl Ende Mai gehen. Laut aktuellen Umfragen wollen eigentlich alle „mehr“ Europa. Aber warum wird Europa derzeit von so vielen in Frage gestellt und warum gewinnen Populisten an Kraft? Ladurner erinnert hier an den Fall der Mauer vor 30 Jahren. Man dachte der kalte Krieg ist nun vorbei, die freie Marktwirtschaft habe gewonnen. Die EU hat das auch so verkörpert. Die drei wichtigsten Säulen der EU sind Wohlstand, Frieden und Demokratie. Und genau daran kränkelt nun die EU, so der Experte. Als 2008 die Eurokrise über Europa hereingebrochen ist, wurde am Wohlstand gesägt. Mit dem Krieg in der Ukraine 2004 ist der Glaube, dass Kriege in Europa längst der Vergangenheit angehören gestorben. Autoritäre Systeme wie in der Türkei, Ungarn oder teilweise in Polen bedrohen die Integrität der Europäischen Union.

„Wir haben keine Instrumente in der EU das zu verhindert“, erklärt Ladurner. Wer gegen den europäischen Gedanken ist, der verliert über kurz oder lang, ist Ladurner überzeugt. Am Beispiel von Frankreich und Le Penn hat man gesehen, wer gegen den Euro ist, kann sich nicht durchsetzen. Es gibt derzeit die Tendenz alles schlecht zu reden was man hat. So auch die Politik; aber ohne Politik können wir nicht leben. Auswirkungen des globalen Weltgeschehens aus Sicht der Südtiroler Wirtschaft wurden anregend diskutiert. Europa hat noch viel Potential, dieses auszuschöpfen ist unser aller Auftrag.

Lichtenburg, Nals

stol