Mittwoch, 18. April 2018

Europaparlament besteht auf Zuckerberg-Anhörung

Das Europaparlament besteht im Datenskandal um Cambridge Analytica auf eine persönliche Anhörung des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg. „Wir danken Ihnen für das freundliche Angebot, (...) Joel Kaplan zu diesem Thema ins Parlament zu schicken. Alle Fraktionen haben jedoch betont, dass Ihre Anwesenheit absolut notwendig ist“, schrieb Parlamentspräsident Antonio Tajani am Mittwoch in einem Brief an Zuckerberg. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vor.

Das Europaparlament besteht auf eine persönliche Anhörung des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg.
Das Europaparlament besteht auf eine persönliche Anhörung des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg. - Foto: © APA/AFP

In dem Datenskandal mit Millionen Betroffenen ist es bereits Tajanis zweite Einladung an den 33-jährigen Amerikaner. Als Reaktion auf das erste Schreiben hatte Zuckerberg dem Brief vom Mittwoch zufolge seinen Vize-Chef für Öffentlichkeitsarbeit, Joel Kaplan, vorschicken wollen. Vergangene Woche hatten sich die Spitzen aller Fraktionen dafür ausgesprochen, die persönliche Einladung an Zuckerberg zu bekräftigen.

Erklärungen von Facebooks Top-Managern

„Wir sind davon überzeugt, dass die Millionen Europäer, die von dem Cambridge-Analytica-Skandal betroffen waren, volle und gründliche Erklärungen von Facebooks Top-Manager verdienen“, schreibt Tajani in dem Brief. Diese Gelegenheit hätten auch amerikanische Bürger bei Zuckerbergs Anhörungen im US-Kongress in der vergangenen Woche gehabt. Es sei dringend notwendig, über die Rolle von Cambridge Analytica im Brexit-Referendum sowie bei anderen Wahlen in EU-Staaten aufzuklären.

Facebook will Vizepräsidenten vorschicken 

Das EU-Parlament gibt sich bei einer geplanten Anhörung nicht mit einem Vertreter von Konzernchef Mark Zuckerberg zufriedengeben. Alle Fraktionen sähen „die absolute Notwendigkeit Ihrer persönlichen Anwesenheit, wie das vor dem US-Kongress der Fall war“, heißt es in einem am Mittwoch verschickten Brief von Parlamentspräsident Antonio Tajani an Zuckerberg.

Demnach hatte Facebook angeboten, seinen für internationale Beziehungen zuständigen Vizepräsidenten Joel Kaplan zu schicken. 

dpa 

stol