Montag, 06. Juli 2015

Eurozone wartet nach Referendum auf Ideen aus Athen

Nach dem „Nein“ der Griechen zu den Spar- und Reformvorschlägen der Gläubiger sieht die deutsche Bundesregierung vorerst keine Basis mehr für weitere Hilfen. Die Voraussetzungen für Verhandlungen seien wegen des Referendums am Sonntag zurzeit nicht gegeben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag.

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Der deutsche Vize-Kanzler Sigmar Gabriel warnte: „Wenn Griechenland im Euro bleiben will, muss die griechische Regierung schnell ein substanzielles Angebot machen.“ Vor einem Euro-Sondergipfel am Dienstag versuchte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die Eurozone auf die deutsche Linie zu bringen.

Dagegen will die Regierung in Athen mit dem Wählervotum im Rücken den Verhandlungsfaden schnell wieder aufnehmen: Finanzminister Yanis Varoufakis trat zurück, um die Gespräche der Euro-Finanzminister erneut in Gang zu bringen. Er hatte den Gläubigern in den letzten Tagen Terrorismus und Erpressung vorgeworfen.

Für Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ist das Ergebnis des griechischen Referendums ein „gefährlicher Pyrrhussieg“. Er hoffe, dass die Verantwortlichen nun einen konstruktiven Austausch mit der EU suchen. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mahnte am Montag Maßnahmen gegen soziale Spannungen ein.

In der Volksbefragung hatten über 60 Prozent der Griechen gegen die jüngsten Reformvorschläge der Eurozone und des IWF gestimmt. Das schickte die Aktien der europäischen Banken auf Talfahrt. Dax, EuroStoxx50 und Euro kamen dagegen nur kurz aus dem Tritt.

apa/reuters

stol