Samstag, 31. März 2018

Ex-Vertreterin Kataloniens für neues Referendum über Unabhängigkeit

Die von Madrid abgesetzte Vertreterin Kataloniens in Deutschland, Marie Kapretz, plädiert für ein ausgehandeltes neues Referendum über die Zukunft Kataloniens.

Die von Madrid abgesetzte Vertreterin Kataloniens in Deutschland, Marie Kapretz, plädiert für ein neues Referendum über die Zukunft Kataloniens.
Die von Madrid abgesetzte Vertreterin Kataloniens in Deutschland, Marie Kapretz, plädiert für ein neues Referendum über die Zukunft Kataloniens. - Foto: © APA/AFP

„Da muss es um die Frage gehen: Status quo oder Unabhängigkeit“, sagte Krapetz der „Welt“ (Samstag). „Es wäre auch eine Föderalisierung nach deutschem Vorbild möglich. Das wollten die Katalanen immer, aber Madrid hat seine Versprechen nicht eingehalten. Deswegen ist die Unabhängigkeitsbewegung überhaupt entstanden.“

An die Europäische Union appellierte Krapetz, das Recht auf Selbstbestimmung der Nationen nicht als Bedrohung zu empfinden und im Katalonienkonflikt zu vermitteln. „Im Europa des 21. Jahrhunderts sollten Konflikte friedlich und demokratisch gelöst werden“, sagte sie. Die EU sollte „die Rolle eines Mediators übernehmen“.

Vorwurf der Rebellion gegen Puigdemont sei nicht gerechtfertigt

Im Fall des in Schleswig-Holstein inhaftierten früheren katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont hoffe Krapetz auf die deutsche Justiz. „Im Gegensatz zur spanischen Justiz ist die deutsche neutral“, sagte sie. Es gehe um einen politischen Konflikt. Der gegen Puigdemont erhobene Vorwurf der Rebellion sei „nicht gerechtfertigt“, denn es sei nie zur Gewalt gekommen.

Puigdemont war am vergangenen Sonntag bei der Fahrt von Finnland nach Belgien aufgrund eines spanischen Haftbefehls in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Die deutsche Justiz prüft den Fall nun.

dpa

stol