Sonntag, 14. Mai 2017

Exil-Venezolaner in USA sammeln Hilfsgüter für Demonstranten

Zur Unterstützung der Regierungsgegner in ihrer Heimat spenden Venezolaner in den USA massenhaft Gasmasken, Schutzhelme und Medikamente. In Miami im US-Bundesstaat Florida, wo besonders viele von ihnen leben, haben sich bereits zahlreiche Gruppen gebildet, die Hilfslieferungen zusammenstellen.

Foto: © LaPresse

In Venezuela kommt es seit Wochen nahezu täglich zu Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, die gegen den linksnationalistischen Präsidenten Nicolas Maduro protestieren.

„Das ist eine Möglichkeit etwas zu tun. Wir zeigen, dass wir zwar weit weg sein mögen, aber trotzdem teilnehmen“, sagte Jose Colina, Chef der Gruppe Verfolgte Venezolaner im Exil, in Miami der Nachrichtenagentur AFP. Allein vergangene Woche habe er rund 1,4 Tonnen Hilfsgüter gesammelt. Die Unterstützung der Demonstranten durch die in Florida lebenden Landsleute und andere Südamerikaner sei „außergewöhnlich“.

Hinweise auf Sammelaktionen werden innerhalb der Gemeinschaft der Exil-Venezolaner über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste wie WhatsApp und Instagram geteilt. Dort werden auch Listen mit dringend benötigten Dingen verbreitet. Besonders gefragt sind Artikel zum Schutz vor Tränengas und Pfefferspray, das die Sicherheitskräfte einsetzen.

Dazu zählen Schutzbrillen, Augentropfen sowie Mittel zur Neutralisierung von Säuren, mit denen sich durch aggressive Gase ausgelöste Hautschäden behandeln lassen. Medikamente sind in dem von einer schweren Wirtschaftskrise betroffenen Venezuela besonders knapp. Aber auch Schutzhelme, wie sie Bauarbeiter benutzen, werden in Miami in Mengen gesammelt.

Bei der jüngsten Protestwelle in dem südamerikanischen Land wurden nach amtlichen Angaben bereits dutzende Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich. Die Regierungsgegner geben Maduro die Schuld für die Krise, die zu dramatischen Versorgungsengpässen in dem ölreichen Land führt.

Selbst Nahrungsmittel sowie Dinge des täglichen Bedarfs wie Toilettenpapier fehlen vielerorts.

apa/afp

stol